"Drei Schwestern" im König Albert Theater

Anlässlich der 9. Chursächsischen Festspiele, die in diesem Jahr dem Gastland Russland gewidmet sind, führte das Städtische Theater Chemnitz Anton Tschechows legendäres Drama ,,Drei Schwestern" im König Albert Theater auf. In dem dialogreichen Stück steht das vergebliche Streben nach Glück im Mittelpunkt.

 

Die Handlung des berühmten Theaterstücks entführte die Zuschauer in eine einsame russische Provinzstadt. Dort leben "Drei Schwestern" und ihr Bruder Andrej. Alle haben große, aber nicht unrealistische Erwartungen ans Leben, die sie alle mit einem Umzug nach Moskau verbinden. Vor elf Jahren hatten sie als junge Mädchen ihre Heimatstadt Moskau verlassen und sind in eine entfernte Stadt gezogen, in die ihr Vater zum Brigadekommandeur berufen worden war. Das Haus der Familie wird zum gesellschaftlichen Mittelpunkt und zum Treffpunkt der Offiziere.

 

Die drei Schwestern, deren Vater inzwischen verstorben ist, sind erwachsen geworden und ihre Sehnsucht, nach Moskau zurückzukehren wird immer größer. Doch während ihre Erinnerung an die bessere Welt im fernen Moskau ihr Denken und Fühlen beherrscht, schaffen sie es nicht, sich von ihrem Warten auf Veränderung zu lösen und ihre Pläne zu verfolgen. Irina, die jüngste Schwester (Daniela Keckeis), träumt davon, in Moskau ihre große Liebe zu finden. Da trifft der Nachfolger ihres Vaters als Brigadekommandeur ein: Oberstleutnant Werschinin (Dirk Lange) aus Moskau.

Im Salon der drei Schwestern werden mit ihm die Theorien vom "Neuen Menschen" diskutiert. Mascha, die mittlere Schwester (Julia Berke), träumt ebenfalls von der großen romantischen Liebe. Schon mit 18 Jahren hat sie den Lehrer Fjodor Iljich Kulygin (Michael Pempelforth) geheiratet, den sie für einen klugen Mann hielt, der für sie aber mittlerweile eher zu einem Dummkopf und geschwätzigen Besserwisser geworden ist.

Sie stürzt sich in ein Liebesabenteuer mit Oberstleutnant Werschinin, das aber unglücklich endet, weil sein Regiment die Stadt verlässt. Olga, die älteste Schwester (Bettina Schmidt), ist die einzige, die arbeitet. Sie ist Lehrerin, aber mit ihrem Beruf unzufrieden und hat auch die Hoffnung auf eine sinnstiftende Ehe längst aufgegeben. Bruder Andrej (Wenzel Banneyer), der durch eine akademische Karriere ein erneutes Leben in Moskau hätte ermöglichen können, heiratete jedoch überraschend Natalja Iwanovna (Ulrike Euen), eine spießige Frau aus dem Ort. Andrej verfällt dem Glücksspiel und verliert so das Erbe.

 

Indessen hat sich der Offizier Tusenbach (Bernhard Conrad) ebenso wie Stabshauptmann Soljony (Yves Hinrichs) in die jüngste Schwester Irina verliebt. Sie nimmt Tusenbachs Hochzeitsantrag an, doch die erbitterte Konkurrenz bleibt und einen Tag vor der Hochzeit wird er von Soljony in einem Duell getötet. Zum Schluss versammeln sich alle im Haus der drei Schwestern, während draußen ein furchtbares Feuer wütet. Am Ende wird die Trostlosigkeit dargestellt: Die Schwestern stehen ohne Zuhause da, hoffnungslos auf eine Rückkehr nach Moskau. Viel Applaus gab es zum Abschluss. S. Adler