Drei Drehleitern - eine Bestellung

Großer Tag für die Feuerwehren von Klingenthal, Markneukirchen und Oelsnitz: In der Vogtland Arena in Klingenthal erfolgte die offizielle Übergabe je einer Drehleiter an die anwesenden Kameraden der drei Ortswehren durch die Bürgermeister der Städte.

Von Helmut Schlangstedt

Klingenthal - Drei auf einen Streich also, was mit einer Sammelbeschaffung der Fahrzeuge für die Feuerwehren zu tun hat, wobei außerdem die Stadt Freiberg bei Dresden als vierter Sammelbesteller zwar mit im Boot aber verständlicherweise nicht anwesend war. Die Sammelbestellung bietet dabei gleich mehrere Vorteile. Zum einen ist der Kaufpreis geringer und zum anderen gibt es einen Zuschuss von 20 Prozent zur Festbetragsförderung, sodass bei einem Kaufpreis von rund 670.000 Euro pro Leiter für die jeweiligen Gemeinden ein Eigenanteil von nur etwa 170.000 Euro verbleibt.
Der Haken dabei: Die Fahrzeuge müssen im Bereich Fahrgestell und Aufbau identisch sein, nur bei der Ausrüstung sind gewisse Unterschiede möglich.
Lieferant der Fahrzeuge, die auf einem Fahrgestell Mercedes-Benz 1630 mit 220 kW Leistung und Automatikgetriebe basieren, ist die Firma Magirus in Ulm.
Zur Übergabe der Drehleitern, die in Klingenthal stattfand, da die Stadt gewissermaßen die Federführung bei der Sammelbeschaffung hatte, dankte Oberbürgermeister Thomas Hennig vor allem den Kameraden der Ortswehren, die sich lange und viele Gedanken zur einheitlichen Ausstattung der Fahrzeuge gemacht hätten und gemeinsam Lösungen hierfür gefunden hätten, um die Sammelbestellung zu ermöglichen. Keine ganz einfache Aufgabe, wie er betonte, denn schließlich habe jede Wehr ortsspezifisch unterschiedliche Anforderungen. Gleichzeitig dankte er Falk Lehmann von der Firma Magirus für die termingerechte Lieferung der Leitern. "Heute sehen wir alle drei Leitern zusammen stehen. Hoffentlich passiert das nicht noch einmal, denn dann wäre garantiert eine Katastrophe im Busch. Am besten ist es, wenn die Leitern auf ewig in der Garage stehen", merkte Thomas Hennig schmunzelnd dazu noch an. Und so gab es für seine Amtskollegen Andreas Rubner aus Markneukirchen und Mario Horn aus Oelsnitz kaum noch etwas zu ergänzen und sie sich dem Gesagten nebst Dank anschlossen.
Was blieb, war die symbolische Übergabe der Fahrzeugschlüssel an die Wehrleiter der drei Orte. Und Andreas Schubert, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes, übergab als kleines Dankeschön an die Kameraden der drei Wehren noch eine finanzielle Zuwendung von je 50 Euro: "Irgendwann werdet ihr ja mal wieder ein bisschen feiern können…"
Die Leitern sind für eine Rettungshöhe von 23 m bei 12 m Gebäudeabstand ausgelegt. Das vordere Leiterteil ist mit einem Gelenk ausgestattet, so dass das Leiterteil bis zu 75 Grad abgewinkelt werden kann und so Bereiche erreichbar sind, die von einer geraden Leiter nicht angefahren werden können. Der Rettungskorb mit 400 kg Belastbarkeit kann vom Korb aus oder vom Platz des Maschinisten bedient werden. An der Leiter sind außerdem zwei Kameras angebracht, damit der Maschinist die Leiter auch im abgewinkelten Zustand überblicken kann.