Drachen zähmen

Sportlich unterwegs mit Snowboard, Schlitten oder Ski sind einige der Eulen-Kinder aus der Drechslerei Kuhnert, die es bei unserem Adventsrätsel zu gewinnen gibt. Sportlich am Start sind auch zwei junge Vogtländer, wenn sie samt Snowboard und Drachen über ein Schneefeld jagen.

Von Marlies Dähn

Markneukirchen Wilde Wirbel aus Schneekristallen fegt der Wind über die eisige Fläche. Endlose Weiten, kein Baum, kein Strauch, kein Haus - nur ein gigantisches Schneefeld erstreckt sich bis zum Horizont. Dort, wo Himmel und Horizont verschmelzen entdeckt das geübte Auge zwei winzige Punkte, die rasch größer werden. Gezogen von Kite-Drachen schießen zwei Snowboarder über den Schnee. Wetterfest verpackt in lustigen Ganzkörper-Schneeanzügen, die Muskeln angespannt, den Blick in die Ferne gerichtet, gleiten sie mit der Energie des Windes dahin als bunte Farbtupfer in dieser eisig schönen Landschaft. Die beiden Snowkiter sind nicht nur bei diesem Sport einander eng verbunden, sie sind auch im Zusammenleben längst ein eingespieltes Team.
Gut 16 Jahre mag es her sein, als der Junge das Mädchen abholte zum Mondscheinrodeln im kleine Dorf. Von da an waren die Beiden gemeinsam unterwegs, mit dem Rad, in der Loipe und später auch mit dem Snowboard.
Die beide Vogtländer teilten ihre sportlichen Hobbys mit ihren Freunden, waren als fröhliche Truppe auf Tour in einsam gelegenen Almhütten und verspürten irgendwann Lust, auch Neues auszuprobieren. Warum nur auf dem Snowboard den Hang hinab jagen? Warum nicht auch über eine weite Schneefläche gleiten von einem Drachen gezogen?"Am Anfang bin ich nur als Helfer mitgekommen, hab die Ausrüstung mitgeschleppt und Acht gegeben, dass sich die Leinen von Patricks Drachen nicht verheddern", erzählt Luise lachend. Irgendwann war ihr das zu wenig. Doch nicht im Schnee unternahm Luise ihre ersten eigenen Versuche, den Drachen zu zähmen. Mit einem Kiteboard unter den Füßen, ließ sie sich im Sommer durchs Wasser ziehen. Rosa und schwarz war ihr erster kleiner Drachen, der sie nach durchaus schmerzvollen Zwischenfällen irgendwann in flotter Fahrt sicher über die Wasseroberfläche gleiten ließ.
"Vielleicht ist für Anfänger Snowkiting einfacher. Hier hat man Boden unter den Füßen, damit eine größere Standsicherheit, der Drachen landet auf der Erde und kann nicht im Wasser abgetrieben werden, wie beim Kiteboarden", findet Luise.
Was ist eigentlich so toll am Snowkiten? "Wenn sich der Drachen in den Wind legt, du seine Kraft spürst und dann auf dem Snowboard über das Schneefeld jagst, ist das ein unbeschreibliches Gefühl von grenzenloser Freiheit", beschreibt Luise diese Sportart, die die beiden Vogtländer bis hinauf nach Haugastøl in Norwegen geführt hat. Von einer einsam gelegenen Hütte aus sind Luise und Patrick zum Snowkiten gestartet und haben Unvergessliches erlebt. Natürlich fehlte auch eine wilde Fahrt mit einem sprintfreudigen Schlittenhundegespann nicht. "Die Huskies waren kaum zu halten. Mal hat Patrick das Steuer übernommen und mal ich", erinnert sich Luise an die wilde Jagd durch das winterliche Norwegen.
Wer Lust bekommen hat auf diese außergewöhnliche Sportart, bei der man in kurzer Zeit kilomterweit durch unberührten Pulverschnee fegen kann, muss nicht erst bis Norwegen reisen. "Es gib auch in Deutschland einige Spots, auf denen man relativ gefahrlos mit Snowboard und Drachen über ein Schneefeld gleiten kann. So in Oberwiesental oder auf dem Feldberg", sagt Snowkiter Patrick und hält schon mal Ausschau nach den ersten Schneeflocken.

Wie heißt der Ort in Norwegen, in dem Luise und Patrick zum Snowkiten waren? Wer das weiß, schreibt die Antwort auf eine Postkarte an: Vogtland-Anzeiger, Postplatz 12, 08523 Plauen, sendet sie uns per Mail unter
redaktion@vogtland-anzeiger.de oder antwortet auf unserer Facebook-Seite unter dem Kennwort: Kalenderblatt 13. Einsendeschluss: 17. Dezember. Das Lösungswort von Kalenderblatt 9 lautet: Flaschenwärmer. Gewonnen hat Kathrin Kromm aus Oelsnitz, die ihre Eule bei uns in der Redaktion abholen kann.