Dogge Wotan ging nicht zum ersten Mal auf Emma los

Die zweijährige Emma lacht schon wieder. Am Neujahrstag wurde sie von Bulldogge Wotan angegriffen und schwer am Hinterkopf verletzt. In der Uniklinik Leipzig wird sie derzeit betreut und ist auf dem Weg der Besserung.

Plauen - Die Bulldogge Wotan hat die zweijährige Emma am Neujahrstag nicht zum ersten Mal angegriffen. Eine Attacke auf das Kind soll es schon einmal im Herbst gegeben haben. Schlimmeres konnte damals verhindert werden. Mutter und Kindsvater seien seit fast einem Jahr getrennt und haben ein angespanntes Verhältnis. Für Emma würden sie sich aber bemühen, miteinander klar zu kommen, sagt die 32-Jährige, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte.

Beide Elternteile wohnen noch im gleichen Mehrfamilienhaus an der Gustav-Freytag-Straße. Der erste Vorfall hat sich in der Wohnung des Vaters abgespielt. Emmas Mutter war zu diesem Zeitpunkt in ihrer eigenen Wohnung. "Du musst runterkommen, Wotan ist auf die Emma losgegangen", gibt Nelly die damaligen Worte von Florian (Namen geändert) wieder, der am nächsten Morgen Nelly über die Attacke informierte. Sie verlangte nach dem Angriff, dass der Hund abgegeben wird. Ein Kumpel nahm daraufhin Wotan an sich. Dieser musste zum Jahreswechsel arbeiten und fragte Florian, ob er in dieser Zeit auf das Tier aufpassen könne. Am Neujahrstag war der Hund ein kurzes Stück allein auch bei Nelly und Emma. Beide wollten ihn sehen. Wotan spielte und schmuste sogar mit der Zweijährigen. "Wotan war nie ein Hund, der sich mit anderen gebissen hat. Er war auch umgänglich zu Kindern", sagt Nelly. In ihrer Umgebung sei das Tier immer friedlich gewesen.

Wotan schüttelte Emma

Nach dem beide mit dem Hund alleine waren, kam der Vater hinzu. Nelly spürte, dass es nicht wie immer war, dachte sich aber nichts dabei. Unmittelbar vor dem Biss des Hundes wollte Emma in die Arme von Florian laufen. Dies sei der Moment gewesen, in dem Wotan austickte und sich über die Kleine stürzte. "Er hat sie ausgehoben und geschüttelt", erklärt Nelly die dramatische Szene, die sich zwischen Sofa, Wohnzimmertisch und Fernseher abgespielt hat. Die Bulldogge verbiss sich in den Hinterkopf von Emma. Erst als Wotan ein größeres Stück Haut abgerissen hatte, ließ er los. Der Vater versuchte sofort beide zu trennen und brachte den Hund, anders als von verschiedenen Medien berichtet, gleich runter in seine Wohnung. Auf dem Weg habe Wotan auch ihn angegriffen. "Er hat mich ins Bein gezwackt", so Florian. Das Tier sei nach der Tat aggressiv und wie fixiert gewesen. Warum Wotan auf Emma losging, ist noch nicht eindeutig geklärt. "Er hat eine Gefahr oder Bedrohung gesehen", schätzt der Vater ein.

Hauttransplantation nötig

Emma ist inzwischen auf dem Weg der Besserung. Die Zweijährige verarbeite die Attacke gut und lacht auch schon wieder. "Sie ist tapfer und hat einen schnellen Heilungsprozess, haben die Ärzte gesagt", so Nelly. Derzeit befindet sich das Mädchen in der Uniklinik Leipzig. Mutter und Vater wechseln sich mit der Betreuung ab. Mehrere Operationen habe die Kleine schon hinter sich gebracht. Das abgebissene Hautstück konnte nicht wieder am Hinterkopf angenäht werden. Die Ärzte mussten eine Tansplantation vornehmen.

Ordnungsamt entscheidet

Das Ordnungsamt des Vogtlandkreises werde morgen über Wotans Zukunft entscheiden. Florian hat das Vertrauen in den Hund verloren. "Ich hätte den Hund eingeschläfert gesehen. Wer einmal beißt." So weit wird es wohl nicht kommen. "Ich würde ihn nicht einschläfern lassen, aber ich möchte ihn auch nicht mehr sehen", sagt Nelly.