Dittesschule verlegt Schulstart um eine halbe Stunde

Eine halbe Stunde länger schlafen können nun auch die Schülerinnen und Schüler der Dittesschule. Nachdem das nebenliegende Diesterweg-Gymnasium entschieden hat, den Unterricht später zu beginnen, schloss sich auch die Mittelschule an.

Plauen - "Die Entscheidung wurde bei der Schulkonferenz getroffen und hat vor allem lernpsychologische Hintergründe", so Schulleiter Lutz Dittmann. Da fast alle Mädchen und Jungen in Plauen und dem nahen Umkreis wohnen, haben sie einen Zeitgewinn am Morgen.

Anders sieht das am Lessing-Gymnasium aus. Hier wird auch weiterhin um 7 Uhr begonnen. Dass die Mädchen und Jungen nun die einzigen sind, die so früh beginnen, haben sie selbst entschieden. "Wir haben unser Schüler nach ihrer Meinung befragt. Ich hätte auch dem Start um halb acht zugestimmt, doch auf der Schulkonferenz wurde weiterhin für sieben Uhr plädiert. Das begründet sich bei uns zum einen dadurch, dass mehr als 100 Schüler von auswärtig kommen und auf die Bus- und Bahnfahrzeiten angewiesen sind. Kurz vor sieben treffen sie im Gymnasium ein. Bei einem Beginn um 7.30 Uhr, käme eine erhebliche Wartezeit auf sie zu. Eine Satzung jedoch sagt aus, dass mehr als 45 Minuten unzumutbar sind. Darüber habe ich mich aktuell beim Landratsamt nochmal informiert. Außerdem haben viele am Nachmittag Verpflichtungen in beispielweise Vereinen und die zeitliche Verschiebung nach hinten fand deshalb keinen Anklang. Mit so einer Veränderung nach lernpsychologischen Gesichtspunkten, müsste der Schultag komplett umgestellt werden, denn dann darf auch die Leistungssenkung am Mittag nicht vergessen werden", so Schulleiter Frank Maik Richter. So musste Richter zwar Kritik von anderen Schulen einstecken, wie er sagt, steht aber zu seiner Entscheidung, die schließlich Schüler und Eltern getroffen haben.

 

Grundsätzlich wird über eine geeignete Zeit viel diskutiert. Wissenschaftliche Erkenntnisse haben ergeben, dass Kinder erst gegen 9 Uhr morgens ein erstes Leistungshoch haben. Die Aufnahmefähigkeit sei besser als eine Stunde früher. Deswegen sei es lernpsychologisch und medizinisch durchaus sinnvoll, den Unterrichtsbeginn nach hinten zu verschieben. Sogar noch gegen 8 Uhr sei das Lernen etwa so schwer wie um Mitternacht, bestätigten Lernforscher und Mediziner. Oft sind Kinder in der ersten Unterrichtsstunde unkonzentriert und übermüdet. Forschungen zufolge kompensiere auch ein früheres Zubettgehen der Kinder die Müdigkeit am frühen Morgen nicht. So wurde zwar ein kleiner Schritt getan - von der Zeit, die dem eigentlichen Biorhythmus eines Kindes angeblich entspricht, sind jedoch alle noch weit entfernt. S. Rössel