Dirk Zöllner mit "Herzkasper" in Plauen

Der Musiker Dirk Zöllner weilte wieder mal in Plauen - diesmal als Buchautor. Die Lesung zu seinem neuesten Werk "Herzkasper" fand in den Räumen des Vereins Colorido statt. Und doch gab es dann auch Musik - im Duo.

Plauen "Wir müssen einander zuhören, wir müssen diskutieren, nicht boykottieren, ablehnen, verurteilen. Und wir brauchen mutige Veränderungen, neue Strukturen gerade in diesen Corona-Zeiten. Berufspolitiker zum Beispiel sollte es nicht mehr geben, von denen ist nur Minimalkonsens und das Schielen auf die Wiederwahl zu erwarten." Dirk Zöllner "fachsimpelt" am Sonntagabend an einer Zigarette ziehend, über diese und eine ganze Reihe anderer Themen, bevor seine Lesung in den Räumen von Colorido am Dittrichplatz beginnt.
Zwei Dutzend Gäste waren zugelassen. Dirk und sein Herzkasper-Partner André Drechsler nahmen ihr Publikum sofort auf eine überaus persönliche und innige Reise mit. Eine Autobiografie der besonderen Art gab es auf die Ohren, in Wort und Ton im Dialog und mit viel Charme und Witz über den freischaffenden Lebenskünstler Zöllner. Über das was so hinter den Kulissen der Musiker geschieht, was der Berliner erlebt und wie er sich durch die Krise kämpft. Dem Leben nah sein und die Augen und Ohren offen halten, stets die Anekdoten und Etappenabschnitte nicht zu vergessen, sind Grundlagen für das Buch Zöllners, der sehr zur Freude der Plauener auch eine Plauener "Story" poetisch witzig verarbeitete.
"Das geschah voriges Jahr bei der 1. Mai-Veranstaltung in der Stadtmitte. Wir traten mit großer Band auf und später kam ein Plauener Typ zu uns hinter die Bühne", berichtet Dirk Zöllner. Was er dem Bassisten sagte, klang nicht sehr schmeichelhaft - zunächst. "Hey Dirk, der hat gesagt, wir machen doch nur Muschimusik", so der Bassmann Oliver zum Frontmann. Doch Dirk ahnte den Seitenhieb des Plauener Rockmusikfans, dem wohl die Mugge der Berliner zu weich und funky daher kam. "Mensch Oliver, das ist doch ein Lob für uns, dass wir so funky und soulig sind."
"Zöllner hat aufgerüttelt, er war sehr politisch, sogar mehr als im Buch - also ich bin froh, dass wir ihn nach Plauen geholt haben", resümierte Gastgeberin Doritta Korte von Colorido. fbl