Direktor der Studienakademie darf im Amt bleiben

Der Zuspruch aus Politik und Wirtschaft im Vogtland für Prof. Dr. Lutz Neumann war so gewaltig, dass nun auch die Ministerin eine Vertragsverlängerung anvisiert.

Von Marjon Thümmel

Plauen - Die Nachricht, dass die Studienakademie in Plauen zum Monatsende ihren Direktor verlieren wird, hat hohe Wellen bis hin ins Wissenschaftsministerium von Eva-Maria Stange geschlagen. Dort war über den Präsidenten der Berufsakademie Sachsen, Prof. Andreas Hänsel (Leiter der BA Dresden) eine Überlastungsanzeige von Dr. Neumann angekommen, die laut Ministerium auf gesundheitliche Probleme des Plauener Studiendirektors schließen ließ. Deshalb sei dessen Vertrag über den Monat Juni hinaus nicht verlängert worden. Doch nach Aussage von CDU-Landtagsabgeordnetem Frank Heidan habe es sich um personelle Probleme gehandelt, die Prof. Neumann zu dem Schritt gezwungen hätten. Da das Ministerium laut Heidan eine gewisse Entlastung zugesichert nun habe, gebe es Hoffnung. "In der kommenden Woche hat Ministerin Stange ein Gespräch mit Prof. Neumann und Prof. Hänsel angesetzt", sagt Heidan und fügt, sich auf ein Schreiben der Ministerin an ihn beziehend, hinzu: "Sollte Prof. Neumann weiter machen wollen - auch wenn nicht alle seine Forderungen umgesetzt werden können - , dann steht dem nichts im Weg." Nach einem Gespräch mit Prof. Neumann ist Heidan zuversichtlich, dass sich dieser seiner Verantwortung für die Studienakademie und der Region, die sich so hinter ihn stellte, nicht verschließen und als Direktor bleiben werde. 
 In dem Schreiben habe Ministerin Stange mitgeteilt, dass gerade gemeinsam mit dem Präsidenten der BA Sachsen mögliche Entlastungen, durch Abzug der überall knappen Ressourcen aus einem anderen Studienakademiestandort geprüft würden. Dies könne zwar auf Dauer keine Lösung sein, zumal - auch auf Druck der Wirtschaft - den Berufsakademien mit dem neuen Gesetz die Möglichkeit zur angewandten Forschung, hin zur Dualen Hochschule, eröffnet wurden. Das brauche mehr Personal, für das aber aktuell die Finanzierung fehle. 
 Wie sehr duale Studienangebote von der Wirtschaft gebraucht werden, zeigt sich darin, dass der Bedarf derzeit nur mit 55 Prozent gedeckt ist, wie Peter Völkner, Geschäftsführer der Plauen Stahl Technologie GmbH und zugleich Mitglied im Aufsichtsrat der BA Sachsen, betont: "Eine Schwächung der Studienangebote der Studienakademie Plauen zum Abbau der Überlastungssituation des Lehrkörpers in Plauen als optimale Handlungsmöglichkeit, ist völlig inakzeptabel."
 Die Studienakademie Plauen, 1999 gegründet, ist  siebter, kleinster und jüngster Standort der Berufsakademie Sachsen - mit aktuell 340 Studenten.