Digitalfunk für Retter erst 2015 komplett

Neue digitale Funktechnik soll den Sicherheitsbehörden in ganz Deutschland mehr Komfort und Sicherheit geben. Doch mit dem Ausbau der Netze und der Umstellung hinkt man hinterher - auch im Vogtland und in Sachsen.

Dresden/Reichenbach - Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste werden in Sachsen frühestens 2015 komplett über ein digitales Funknetz kommunizieren können. Erst dann soll die bessere BOS-Digitaltechnik verfügbar sein, wie aus einer Antwort von Innenminister Markus Ulbig (CDU) auf eine Landtagsanfrage hervorgeht, über die am Mittwoch die "Dresdner Neuesten Nachrichten" berichteten. Bis 2021 rechnet die Staatsregierung für Aufbau und Betrieb der neuen Technik mit Kosten in Höhe von 344 Millionen Euro.

Reichenbachs Stadtbrandmeister Michael Mittag bestätigt den Zeitplan: "2015 wurde auch uns genannt." Nach seinen Worten verfügen die vogtländischen Rettungskräfte über digitale Alarmierung - aber nicht über digitalen Funkverkehr. Die Innenminister von Bund und Ländern hatten 2007 ein Verwaltungsabkommen über Digitalfunk in ganz Deutschland unterzeichnet. Der Digitalfunk gilt als rauscharm und abhörsicher. Außerdem sollte eine gemeinsame Kommunikationsbasis für alle Sicherheitsdienste geschaffen werden. Ursprünglich sollte das Netz in Sachsen bis Ende 2010 errichtet sein. Dann war die Realisierung um drei Jahre verschoben worden.

Die Umstellung des analogen Netzes sei in Sachsen weit vorangeschritten, betonte Ulbig. Nach Angaben seines Ministeriums sind von 247 Standorten mit Funkmasten bis auf zwei alle neu gebaut oder umgerüstet. Damit decke das Netz 98,4 Prozent der Landesfläche ab. Sachsen rangiere damit unter den Bundesländern an siebter Stelle. va