Dieter Meinel: Ein Weltmeister geht in Rente

Theuma - Es heißt: Wer in Klingenthal geboren wird, hat die Ski schon an den Füßen. So muss es auch bei Dieter Meinel gewesen sein. Er versuchte sich in der Nordischen Kombination und im Skispringen, bevor er den Langlauf für sich entdeckte. Von 1968 bis 1976 gehörte er der Nationalmannschaft der DDR an.

Heute, 60 Jahre später, wird noch so manches Mal über seine Zeit als Skisportler geplaudert. Vor allem gestern, an seinem 60. Geburtstag, wurden viele Erinnerungen wach, denn damalige Sportkameraden hatten sich zum Jubelfeste angesagt.

Zusammen mit Gerd Hessler, Dietmar Klause und Gerhard Grimmer gewann Dieter Meinel 1974 bei den Weltmeisterschaften im schwedischen Falun die Goldmedaille in der vier Mal zehn Kilometer-Staffel im Skilanglauf. Zwei Jahre später startete er bei den Olympischen Spielen und belegte über 30 und über 50 Kilometer jeweils den 33. Platz. Ein Sportunfall hatte ihn da schon stark belastet. Es folgte eine Operation und schließlich das Aus für seine aktive Laufbahn. Zunächst arbeitete Dieter Meinel im Sportclub und wechselte 1984 in den Polizeidienst, der ihn 1994 nach Plauen führte.

Streifendienst, Ermittlungen und die Aufklärung von zig Fällen bei der Kriminalpolizei füllten sein Berufsleben aus. Der Polizeihauptmeister hatte am 18. Dezember seinen letzten Arbeitstag. Das neue Jahr wird er als Vorruheständler beginnen. "So recht vorstellen kann ich mir das noch gar nicht", gesteht er beim Geburtstagskaffee im schmucken Eigenheim in Theuma, wohin es ihn mit seiner Frau vor neun Jahren verschlug. Doch Bärbel Meinel kennt ihren Mann als fleißig und engagiert.

Den drei Hunden, die alle aus dem Tierheim stammen, wird er nun mehr Zeit widmen und im Sommer auch der Gartenarbeit. Gemeinsam bauen sie an einem großen Puppenhaus. Drei Enkel werden künftig mehr von ihrem Opa haben. Und schließlich will er auch wieder öfter auf den "Brettern" stehen und mit seiner Frau den Winter genießen, sofern es mit dem Schnee noch was wird. Vorgenommen hat sich der Jubilar, in der Sächsischen Sicherheitswacht mitzuarbeiten.

 

Sie ist ein Beispiel der Zusammenarbeit zwischen den Bürgern und ihrer Polizei. Kontaktfreudig wie Dieter Meinel ist, will er als Verbindungsmann zwischen Polizei und Bürgern fungieren, Ansprechpartner sein und Hinweise ans Polizeirevier weiterleiten. "So behalte ich den Kontakt zu den Kollegen und habe auch weiterhin eine Aufgabe in dem Bereich, in dem ich Erfahrungen habe." Seine ehemaligen Kollegen gehörten gestern zu den ersten Gratulanten, bevor am Abend im Theumaer Dorfgemeinschaftshaus die große Familiengeburtstagsrunde zusammenkam.  B.W.