Diesterweg: Projekttage zum Thema "Gewalt"

Plauen - Eine Auswertung der Projekttage zum Thema "Gewalt" gab es am Donnerstag im Plauener Diesterweg-Gymnasium. Dort wurde in den letzten Tagen in Form von Gruppenarbeit das Problem erörtert und auf verschiedenste Weise bearbeitet.

Polizeiobermeister Jan Reinhardt vom Präventionsteam des Reviers in Plauen führte eine Umfrage durch, bei der auf fünf Seiten Fragen beantwortet erden sollten. "Was ist Gewalt? Habe ich schon Gewalt erfahren oder sogar selbst welche eingesetzt?" Solche und andere Fragen sollten Aufschluss über die Verhaltensweisen der Schülerinnen und Schüler geben.

"Trotzdem unterscheidet sich die Theorie von der Praxis. Im Grunde wissen alle, dass Gewalt keine Lösung ist. Trotzdem werden die Dinge untereinander oft auf die eigene Art geregelt", weiß Reinhardt. Im Allgemeinen habe sich aus den Fragebögen ergeben, dass der Einsatz von verbalen Attacken wesentlich größer sei als körperliche Angriffe. Beleidigungen sahen sich fast die Hälfte aller Schüler schon einmal ausgesetzt und nutzen diese Form der Gewalt auch selbst.

Etwa ein Viertel gab an, schon mal gemobbt worden zu sein. Trotzdem bewege sich der Umgang noch im "Normalbereich", bestätigt Sabine Ulbricht, die verantwortliche Beratungslehrerin. "Zum Abschluss dieses Projektes haben alle nochmal die Möglichkeit sich auszutauschen oder auch ganz klassenspezifische Probleme anzusprechen. Dafür bleibt ja sonst weniger Raum und Zeit,", so die Lehrerin. Außerdem führte Donnerstag Vormittag die Theaterwerkstatt Weimar das Stück "Hunger, der Killer in mir" auf und griff damit die aktuell Situation eines Jugendlichen auf.

Dabei stehen zwei Mädchen, Mara und Nele, im Mittelpunkt, die zusammen die Zeit zum Erwachsenwerden durchleben. Aus einer nicht erwiderten Liebe entsteht "Hunger" nach Anerkennung. Mit ihm kommt der Hass auf den eigenen Körper, die Ess- und Brechsucht, die als perfekte Lösung erscheint und die Kontrolle über den eigenen Körper entgleisen lässt - zur Sucht wird.

Ein Stück, verständlich und doch mit viel Tiefgang, das auch im Nachgang noch für Diskussionsstoff sorgte. Die Schüler empfanden die Tage als sehr positiv, er habe vorzeigbare Gruppenergebnisse hervor gebracht, resümierte Ulbricht. Wie nachhaltig das Projekt gewesen sei, wird sich nun künftig im Umgang der Schüler miteinander zeigen müssen. S. Rössel