Diesterweg: Mündliche Zusage für BAföG-Zahlung

Die Teilnehmer des Erwachsenen-Kollegs am Diesterweg-Gymnasium Plauen könnten möglicherweise aufatmen. Das Landratsamt und das Landesamt für Ausbildungsförderung hat am Dienstag eine Zwischenlösung betreffs der Ablehnungsbescheide für die Abiturienten im Kollegbereich gesucht und ein erstes Ergebnis präsentiert.

 

"Wir einigten uns, dass für ein Jahr der derzeitige Besitzstand gehalten wird", sagte Landrat Tassilo Lenk (CDU) gestern. Dabei schränkte er aber ein: "Das Landesamt hat uns die Zusage mündlich gemacht. Nun warten wir noch auf einen schriftlichen Bescheid."

Derzeit lernen 50 Teilnehmer in der Erwachsenbildung am Diesterweg-Gymnasium. 25 Schüler haben vor dem Schuljahresbeginn einen BAföG-Antrag gestellt, zwölf wurden abgelehnt, sieben wurden genehmigt, informierte Thea Jahn, Sachgebietsleiterin im Landratsamt. Hintergrund der derzeitigen Lage für Schüler, Schule und Landratsamt ist laut Lenk die korrekte Anwendung des Bundesgesetzes über die Ausbildungsförderung. Nach dessen Paragraf 1 seien alle Teilnehmer einer Bildungsmaßnahme gleich zu behandeln. Da jedoch in einer Klasse oder einem Kurs sowohl Schüler als auch Kollegteilnehmer zusammen lernten, sei diese Gleichbehandlung (finanzielle Gleichbehandlung) nicht gegeben, sagt das Landratsamt und das Landesamt Sachsen.

Seit 1997 gibt es die Mischform am Gymnasium, nachdem das Abendkolleg wegen zurückgehender Teilnehmerzahlen geschlossen wurde. Die Erwachsenenbildung wollte die Stadt Plauen nicht aufgeben, es entstanden Kollegkurse mit Mischform im Gymnasium. "Dies hat sich bewährt, war bekannt und wurde von der Stadt Plauen bei BAföG-Anträgen und dem Landesamt nicht moniert", sagt Ralf Ballmann, der Diesterweg-Schulleiter.

Durch die Kreisreform ging die Zuständigkeit für den Kolleg an den Vogtlandkreis. "Die Stadt Plauen hat falsch entschieden, das Gesetz nicht richtig gelesen. Der Vogtlandkreis entscheidet jetzt richtig, weil das Gesetz keinen Ermessensspielraum lässt", sagt der Landrat. Lenk hält das Gesetz indes auch für unausgegoren und hat an Bundestagsabgeordneten Joachim Günther (FDP), eine Anfrage gestellt, um Unterstützung bei Bundespolitikern zu erreichen, damit die dauerhafte Sicherung der Erwachsenenbildung gewährleistet.werde. fb