Dieser Max hat alle Frauen lieb

Plauen - Max Raabe und sein Palastorchester gastierten in der ausverkauften Plauener Festhalle. Der Chanson- und Liedersänger erschien wie eine fantastische Gestalt aus einer anderen Zeit und entführte sein Publikum dahin.

 

Er ist ein Fabelwesen. Es gibt ihn im wahren Leben gar nicht. Dazu steht da noch das Palastorchester hinter ihm, ebenfalls eingeflogen aus dem Früher, das ihn routiniert und sicher begleitet, unterstützt. 1920 hält Einzug sobald Max Raabe im Rampenlicht steht, welches sanft sein schmales, blasses Gesicht, aus dem er seine Haar straff gekämmt hat, erhellt.

 

Die Zuhörer sinken etwas mehr in die Stühle, die Harmonien der Bläser - die auch mal Streicher sind - die Rhythmik vom famosen Schlagzeuger und Perkussionisten Vincent Riewe erzeugt, Gitarre, Violine, Klavier verschmelzen zu einem Sonnenscheintag fürs Gehör und das Gemüt. Lautstärke, Stille, Schnelligkeit, Langsamkeit, Temperament, Zurückhaltung. Bei Max Raabe erlebt der Zuschauer die Bedeutung dieser Wörter neu. Nicht wie heutzutage, wo laut lauter ist, still von kurzer Dauer und schnell stets Hatz und Unruhe bedeuten. In der Welt des Max Raabe erklingen alle Töne sauber und fegen einem nicht um die Ohren mittels großer Lautsprecherboxen.

 

Es tropft der Ton, das Wort aus seinem Mund, beinah fällt er um ins Nichts, so leise ist er, doch man hört ihn, genießt ihn - das Lied klingt dank Max? Barriton und der Klavierbegleitung voller Hingabe und Rücksichtnahme auf den nur wenig lächelnden Sänger. Und dann diese Frau. Muss Mann gesehen und gehört haben. "Frau Cecilla Crisafulli", rollt Max das "R" im Namen genussvoll und vornehm und weist auf die schöne Brünette mit sanften Augen und in herrlichen Kleidern. Sie sitzt aufrecht, ihre Violine erklingt, mal solistisch, mal einfach die Liedmelodie unterlegend. Die elf Männer in ihren maßgeschneiderten Anzügen plus Raabe haben auch ihre Freude an dieser Schönheit, dem Können und der Grazie.

Klar, dass Mann über die Frauen schwärmen muss, Max Raabe tut es, viele Frauen besingt und be- und umschwärmt er. Nina, Elisabeth (deren schönen Beine), Rosa, die Erste, die Letzte. Sie besingt er mit rollenden Vokabeln, seiner immer noch eher leisen, kaum auftrumpfenden, dennoch selbstsicher wirkenden Stimme. Souverän meistert er die Beifallsstürme ohne ein Danke zusagen, sein Danke ist stets die vornehme Verbeugung. Nach zwei Stunden 1920er bis 1940er Jahre folgt seine letzte mit seinem Orchester an der Bühnenkante und einem Chor a la Comedian Harmonists. Mit etlichen, meist unbekannten, aber umso schöner ararangierten Weisen, nahm Max Raabe das Plauener Publikum mit in den Zug in die Vergangenheit. va