Dienstfahrt zum Südpol

Ein Ingenieur aus Jocketa begibt sich Mitte Dezember auf eine vierwöchige Reise in die Antarktis. An einem der kältesten Orte der Erde überwacht er Testfahrten eines riesigen Frachtschlittens.

Pöhl/JocketaDer Ingenieur heißt Werner Kirsten und arbeitet in der Lehmann-UMT GmbH in Jocketa in der Gemeinde Pöhl. Er wird bei seinem Aufenthalt am Südpol Testfahrten eines überdimensionalen Frachtschlittens mit einer Traglast von 60 Tonnen begleiten. Das geht aus einer Mitteilung der Lehmann-UMT hervor. Weiter heißt es dazu:
Die Lehmann-UMT baut schon seit knapp 20 Jahren Frachtschlitten dieser Art für den Südpol sowie andere polare und alpine Regionen. Bereits über 190 kleinere Exemplare wurden an die verschiedensten Nationen geliefert.
Die Schlitten hatten bis jetzt aber in der Regel ganz andere Dimensionen. Mit Traglasten von bis zu 25 Tonnen muten sie im Vergleich zu diesem Giganten als Miniaturen an.
Der Koloss, mit dem jetzt Testfahrten unternommen werden sollen, wurde bereits im vorigen Jahr an den Südpol geliefert. In den letzten Monaten wurde die Kufenkonstruktion vom Team der Lehmann-UMT an die örtlichen Gegebenheiten angepasst und neu gefertigt. Werner Kirsten überwacht den Umbau und die Testfahrten mit der endgültigen Konfiguration und führt verschiedene Messungen durch.
Der Schlitten hat eine Länge von knapp 17 Meter und ist über 5 Meter breit. Er ist der Prototyp für ein gigantisches Projekt im Rahmen dessen eine neue Forschungsstation errichtet werden soll. Auf dem Schlitten sollen die Module der Station von der Eiskante der Antarktis durch das Transarktische Gebirge bis zum Standort der neuen Forschungsstation transportiert werden. Dabei muss der Schlitten bei Temperaturen von bis zu minus 60 Grad den Unwägbarkeiten eines Hochgebirges standhalten und mehrere Hundert Kilometer zurücklegen.

Die Lehmann-UMT GmbH ist ein mittelständisches Unternehmen im Maschinenbau. Gegründet 1945 ist sie heute ein Inhaber geführtes Familienunternehmen mit Sitz in Jocketa.
Der Schwerpunkt der Tätigkeit liegt inzwischen in der Filter- und Fördertechnik, das Unternehmen engagiert sich aber auch in der Forschung und Entwicklung im Bereich der Umwelttechnik, hat dafür eine eigene Abteilung. Die Lehmann- UMT hat sich außerdem auf dem Gebiet des Sondermaschinenbaus mit der Entwicklung und Herstellung spezieller Ausrüstung für die Polarforschung im In - und Ausland einen Namen gemacht.