Diebstahl an der Achterbahn

Einem 16-jährigen Mädchen wird am Wochenende im Freizeitpark Plohn der Rucksack geklaut. Das offensichtlich aufgrund einer Sicherheitslücke in der Taschenaufbewahrung an der neuen Achterbahn Dynamite. Die Park-Inhaber übernehmen keine Haftung.

Von Cornelia Henze

Plohn Bis nachmittags um Vier war am Sonntag alles schick. Vier Teenager aus dem Göltzschtal vergnügen sich im Park. Ganz besonders oft zieht es das Quartett an den neuen rasanten Coaster, die "Dynamite". Weil es sich nicht rät, Loopings und Schrauben mit Gepäck zu absolvieren, verstauen die jungen Leute ihre Rucksäcke in die dafür vorgesehenen offenen Fächer. Nach knapp einminütigem Adrenalin-Kick auf dem Fahrgeschäft kommt für ein Mädchen die Ernüchterung: Als sie nach ihrem schwarzen Beutel mit "Nike"-Aufschrift greifen will, ist das Fach leer. Der Beutel weg - und mit ihm auch der ganze Inhalt: Das Huawai-Handy, Geldbeutel, Ausweis, Kreditkarte und eine nagelneue, im Kroatien-Urlaub gekaufte Jacke. "Es geht ja nicht um die zehn Euro imPortemonaie, vielmehr haben wir jetzt die ganze Rennerei", sagt die Mutter des Teenagers. Die Kreditkarte wurde noch am Sonntag gesperrt, der Ausweis muss neu beantragt werden. Der Verbleib des Handys konnte nicht geortet werden. Vermutlich hat der Dieb dieses sofort ausgeschalten.
"Wir nehmen den Vorfall ernst, aber der Park übernimmt keine Haftung", sagt Junior-Chef Jan Völkel auf Anfrage. Dass es eine Sicherheitslücke bei der Gepäckaufbewahrung an der Achterbahn gibt, räumt Völkel indes ein. Zum ersten sind die Gepäckfächer offen, also nicht verschließbar. Zum anderen besteht der "Dynamite" aus zwei Zügen. Befindet sich der eine Achtsitzer noch im Looping, ist der erste Zug bereits im "Bahnhof" wieder eingefahren. Die Besatzung des ersten Zuges gelangt beim Ausstieg also einen Tick eher an das Gepäckfach, als die Gäste im zweiten Zug. Hat hier einer der acht Fahrgäste zugegriffen? Eine andere Erklärung könne es da nicht geben, denn keiner, außer den Fahrgästen dieser zwei Wagen und das Personal gelange hinter das Drehkreuz, wo auch die Gepäckfächer seien, so Jan Völkel.
Die Familie des jungen Mädchens hat nun Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt. Von Mitarbeitern des Freizeitparkes habe man erfahren, dass es nicht dass erste Mal sei, dass Sachen im Park verschwunden seien, so die Mutter des Mädchens. Mit Taschen oder Rucksack würden die vier Jugendlichen nicht noch einmal den Plohn-Park betreten, gibt es doch dort keinerlei Möglichkeiten, die Taschen sicher zu verwahren. AmEingang des Parks nahe des Souvenirshops sei geplant, verschließbare Spinde für Taschen zu bauen, so Völkel. Aber erst zur nächsten Saison.
Einige andere Freizeitparks, wie beispielsweise Rust, halten bereits verschließbare Spinde bereit.