Die Zukunft des vogtländischen Futurums

Bis zum Beginn neuen Schuljahr soll es bezugsfertig sein. Ein anspruchsvolles Ziel. Architekt Stephan Heinlein: "Wir liegen gut im Zeitplan und haben aus heutiger Sicht gar keine Veranlassung, an der pünktlichen Fertigstellung zu zweifeln", sagt er.

Das neue Haus, in das im August die Schuljahrgänge 8, 9 und 10 des Gymnasiums Futurum einziehen sollen, entwickelt sich zu einem Hingucker für die Kleinstadt Mylau. Dabei bilden das alte, denkmalgeschützte Bankiershaus in der Brücknerstraße und der angebaute Teil in modernem Baustil eine Symbiose. Während im Altbau Stuck- und Gewölbedecken, Türen, Treppenhaus und der historische Tresor erhalten und saniert werden, verwirklichen die Architekten beim Neubau Ideen und Vorstellungen des Bauherrn.

"Das neue Schulgebäude soll ein offener Lernort, sozusagen das Schaufenster zur Stadt werden", erklärt Christoph Rabbeau, der Geschäftsführer des Schulvereins. Dementsprechend gibt es Fenster bis zum Boden, große und helle Lernbüros für bis zu 50 Schüler und eine offene Loggia als Verbindung zwischen Alt- und Neubau sowie als "Lernraum im Freien".

Die Fassade wirkt durch die Metall-Leuchtkästen, die nach einem alten Tapetenmuster aus dem Altbau gestaltet wurden. 13 Räume entstehen im Neubau (davon vier Lernbüros), 14 im alten Haus. Im Altbau imponiert das lichtdurchflutete künftige Zeichenatelier im Dachgeschoss. Ein Problem war hier der Schwammbefall, den die Fachleute nach Aussage von Architekt Heinlein gut in den Griff bekommen haben.

Altbausanierung, Neubau sowie der Bau einer neuen Bibliothek lässt sich der Evangelische Schulverein 4,5 Millionen Euro kosten. Einen Zuschuss von 600 000 Euro bekommt er lediglich für die Denkmal relevanten Arbeiten. Eine Wahnsinns-Investition, bei deren Realisierung selbst dem Geschäftsführer schwindlig werden könnte. Denn er weiß: "Wir als Träger können nur die äußeren Bedingen für modernes Lernen schaffen. Um das neue Haus aber mit Leben und einem guten Geist zu erfüllen, brauchen wir Schüler, Eltern, Lehrer und Partner wie die Stadt Mylau, die alle an einem Strang ziehen."

Nachbarn wie Schüler und Lehrer nehmen regen Anteil am Baugeschehen in der Mylauer Brücknerstraße. Überwiegend gebe es Zustimmung, verrät Rabbeau, weil die Leute sehen, in Mylau tut sich was. Eine Schülergruppe dokumentiert den Baufortschritt seit dem Beginn der Arbeiten im vergangenen Sommer. Außerdem werden für Schüler und Lehrer regelmäßig Führungen auf der Baustellen angesetzt.

Ist das neue Schulgebäude in der Brücknerstraße fertig, geht es auf der Burg weiter. Denn in zirka drei Jahren sollen dort die Abiturjahrgänge 11 und 12 unterrichtet werden. Derzeit habe dort allerdings die museale Entwicklung den Vorrang, sagt der Geschäftsführer. Dabei sei man seit der Übernahme im August 2010 schon gut vorangekommen.