Die Vorsperre Werda wird geflutet

Die über 100 Jahre alte Talsperre Werda wird seit Dienstag wieder mit Wasser gefüllt. "Es ist ein Schmuckstück entstanden", erklärte der Geschäftsführer der Landestalsperrenverwaltung Dr. Hans-Ulrich Sieber, bei der Inbetriebnahme der Vorsperre Werda.

Insgesamt 3,7 Millionen Euro wurden in den letzten beiden Jahren in das in die Jahre gekommenen Bauwerk investiert. Die Vorsperre kann nun wieder ihrer Aufgabe gerecht werden: Der Vorreinigung des zufließenden Wassers, bevor es in die Hauptsperre gelangt. Die Talsperre war zwischen 1904 und 1909 errichtet worden und dient seither der Trinkwasserversorgung des Großraumes Plauen. Die rund fünf Millionen Kubikmeter fassende Sperre, hauptsächlich durch den Geigenbach gespeist, gehört damit zu den ältesten in Sachsen.

Trotz laufender Sanierungsarbeiten in den letzten 30 Jahren entsprachen die Bauwerke der Talsperre nicht mehr den heutigen Anforderungen im Hochwasserschutz und der Erdbebensicherheit. In den vergangenen zwei Jahren wurde der Damm der Vorsperre verbreitert und erhöht. Der marode Grundablassturm musste abgerissen und ein neuer errichtet werden.

Das neue Einlaufbauwerk mit einem Kanal für die Umleitung verschmutzten Wassers bereitete den Bauleuten besonders viel Arbeit. "Die Schalung des eiförmigen Profils musste nach dem Betonguss wieder entfernt werden. Nur wie sollte man bei dem geringen Platz rein kommen? Dank des Einfallsreichtums unserer Mitarbeiter lösten wir auch dieses Problem", so Jürgen Scharnagl, Geschäftsführer der bauausführenden Firmengruppe Scharnagl aus Weiden, der zur Inbetriebnahme noch weitere Episoden und Besonderheiten der Bauzeit erzählte.

Auch für die Ökologie wurde einiges getan. "Mit der aufgeschütteten Vogelinsel entstand ein interessanter Rast- und Nistplatz für selten gewordene Vögel", freut sich Eberhard Jüngel, Leiter des Betriebs Zwickauer Mulder/Obere Weiße Elster in der Landestalsperrenverwaltung des Freistaats. Derzeit laufen noch einige Restarbeiten an der Vorsperre. "In etwa drei bis vier Wochen wird alles erledigt sein", versprach Baufachmann Scharnagl den Anwesenden. va