Die Vogtland-Anzeiger Bildungsaktion 2010 ist gestartet

Plauen - Über 500 Jungen und Mädchen aus 17 Schulen beteiligen sich in diesem Jahr wieder an dem Projekt "Zeitung in der Schule". Unterstützt wird die Aktion von der Volksbank Vogtland.

 

Für knapp ein Dutzend Lehrerinnen war zur Auftaktveranstaltung Zuhören angesagt. Einige von ihnen sind schon "alte Hasen" - haben sich mit ihren Klassen schon mehrmals an dem "Erfolgsprojekt", das der Vogtland-Anzeiger in Zusammenarbeit mit dem renommierten Aachener Institut zur Objektivierung von Lern-und Prüfungsverfahren (IZOP) seit vielen Jahren organisiert.

Zum zweiten Mal in Folge sitzt als Unternehmenspartner die Volksbank Vogtland mit im Boot. Warum auch nicht - schließlich hat laut Marketing-Leiterin Grit Reichel die Premiere "extrem viel Spaß gemacht". Am Ende des Projektes werden die Nachwuchsreporter einen Artikel schreiben, der traditionell im Vogtland-Anzeiger abgedruckt wird. Doch zuvor heißt es recherchieren - beispielsweise beim Bäcker, der Feuerwehr, im Tierheim - oder eben bei der Volksbank Vogtland. Dort darf dann schon mal ein Blick in den Tresor geworfen werden. Dass sich in diesem dann auch einige Gummibärchen - die sprichwörtlichen Goldbären - befinden, versteht sich quasi von selbst.

Ab kommenden Montag bis zum 18. Dezember erhält jeder Schüler seinen Vogtland-Anzeiger - auch am Wochenende. Mit der Tageszeitung kann dann im Unterricht gearbeitet werden. Nicht nur in Deutsch, sondern auch in Englisch, Geschichte, Geografie oder Kunst. "Selektives Lesen, eine kontinuierliche Zeitungslektüre und das Wecken neuer Interessen", nennt IZOP-Betreuer Dr. Markus Moog nur einige Lernziele des Projektes "Zeitung in der Schule". Auch die kritische Auseinandersetzung mit dem Medium Zeitung ist ausdrücklich erwünscht - schließlich schlägt leider der Druckfehlerteufel mitunter erbarmungslos zu. Und auch der Wetterbericht erweist sich leider nicht immer als wahr.

 

Da kennen die jungen Leser keine Gnade - auch wenn der Redakteur im Regelfall daran keine Schuld hat. Neben der regelmäßigen Lektüre, der Recherche und dem geschriebenen Artikel gehört noch eine so genanntes Langzeit-Aufgabe zum Projekt. Jeder Schüler kann sich dabei ein bestimmtes Thema suchen und schauen, wie dieses täglich in der Zeitung präsentiert wird - sei es der Dollarkurs, der Polizeibericht oder eben auch die Todes-Annoncen.

Gut findet beispielsweise Lehrerin Carola Götz von der Oelsnitzer Mittelschule das Projekt. Einige ihrer Sechstklässler hatten sich schon zu ihrer Grundschulzeit am Projekt beteiligt und fanden das "cool". Die Lehrerin will ihre Schüler für das regionale Geschehen begeistern - aber auch die Vorkommnisse außerhalb des Vogtlands nicht vernachlässigen. "Zeitungslesen ist gut für die Allgemeinbildung", stimmt ihre Kollegin Silvia Ritter zu. Katja Herrmann leitet an der Adorfer Zentralschule unter anderem den Neigungskurs "Zeitung in der Schule". Am Schuljahresende soll die Premierenausgabe der Schülerzeitung erscheinen. Bisher umfasst die Redaktion elf Reporter, die sich an unserem Projekt beteiligen.

Für Lehrerin Babett Kießling und ihre Viertklässler von der Grundschule Rosenbach ist die Teilnahme eine Premiere. Die "Mund-zu-Mund-Propaganda" in ihrer Einrichtung hat sie zum Mitmachen ermutigt. Auch hier soll nach dem Projekt zum Ende des Schuljahres eine eigene Abschlusszeitung entstehen. Lehrerin Angela Groß von der Plauener Grundschule Kuntzehöhe beteiligt sich zum zweiten Mal mit ihren Viertklässlern am Projekt. Bei der ersten Auflage hatte die Tageszeitung recht schnell das Schulbuch verdrängt - so neugierig waren die Jungen und Mädchen auf ihren täglichen Vogtland-Anzeiger. Kein Wunder, ist die Zeitung doch sonst etwas nur für die Erwachsenen. Aber eben nicht beim Projekt "Zeitung in der Schule".  M. W.