Die vogtländische Zukunft ist elektromobil

Was bei Schienenfahrzeugen und Oberleitungsbussen schon heute alltäglich ist, soll zukünftig auch für den netzunabhängigen Busbetrieb möglich sein: geräuscharmes und emissionsfreies Fahren mit Strom.

Über dieses Thema tauschten sich 50 Teilnehmer in einem Workshop des ErgoNet, des länderverbindenden Mobiliätssystems, am Freitag in Auerbach aus.

Unter der Leitung von Thorsten Müller (Verkehrsverbund Vogtland) referierte unter anderem Dr. Thoralf Knote vom Fraunhofer Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme, über Systemvoraussetzungen aus Sicht der Wissenschaft, dem Energiemanagement in Bussystemen und über Nachlade- und Speichertechnologien, dem größten Problem der heutigen Technik. "Wir können einen Akku bisher rund 300 000 Mal laden, wobei die Energierückgewinnung beispielsweise bei Bergabfahrten ebenfalls als Ladevorgang gerechnet werden muss. Es kann daher nicht in Wochen oder Monaten gesagt werden, wie lange ein Akku hält", erläuterte Thorsten Müller.

In mehreren Referaten wurden die Potenziale und Perspektiven erörtert, wobei Analysen und Technologieansätze für die vogtländische Region besprochen wurden. Ziel ist beispielsweise die Busverbindung Hof - Plauen und Bad Elster - Reichenbach auf diese umweltschonende Technik umzustellen.

Tino Dutzky, Geschäftsführender Gesellschafter Göltzschtal-Verkehr GmbH Rodewisch, sah für sein Unternehmen durchaus Potenzial für die neue Technik. "Derzeit stehen immer noch die sehr hohen Anschaffungskosten im Weg. Ich könnte mir vorstellen, in sechs oder sieben Jahren Elektrobusse im Citybereich einzusetzen. Der Vorteil liegt sicherlich im Imagegewinn des Unternehmens und dem damit verbundenen Standortvorteil", erklärte Dutzky.

Ein Konzept für den Einsatz von Elektro- und Hybridbussen im Vogtland wird in kommenden Treffen des Nahverkehrsverbandes diskutiert, sagte Müller. Ergebnisse werden für 2013 erwartet. Die Speicher- und Stromkonzepte für E-Busse zum Beispiel durch Batterien, Brennstoffzellen oder kontaktloses Nachladen im Fahrbetrieb stehen dabei im Mittelpunkt.