Die Stunde der Schlosskeller schlägt

Aufbruchstimmung am Schlosshang. Lange genug schlummerten die Stollen entlang des Amtsberges. Mit dem Campus-Projekt und der Auszeichnung beim Städtewettbewerb "Ab in die Mitte" ist Bewegung in die Wiederbelegung der alten Kelleranlagen gekommen.

Plauen - Wenn der Plauener Hobby-Bergknappe Gert Müller mit seiner Taschenlampe in der Hand und einem gelben Helm auf den Kopf in einen der Schlosskeller sich vorkämpft, sprudeln die Ideen und Arbeitsschritte nur so aus ihm raus. Viel habe er mit seinen Bergknappen entlang des Hanges vor. Erste vorbereitende Arbeiten sind in den letzten Wochen dafür bereits umgesetzt worden.

In zwei Kernbereiche haben die Bergknappen die Kelleranlagen eingeteilt. Eine Säule bilden die Stollen beim Luftschutzmuseum "Meyerhof". Die zweite Säule sollen drei größeren Stollen unterhalb der Schlossruine darstellen. Als Jazz- und Musikkeller könnten diese genutzt werden. "Alles abhängig von den Studenten, die bald auf dem Campus lernen sollen", sagt Gert Müller.

Luftschutzmuseum wird vergrößert

Große Pläne zeichnen sich für das Luftschutzmuseum ab. Der jetzt freigelegte Gräf-Keller soll Bestandteil des Museums werden. In dem 30 Meter langen Gewölbe soll Platz für weitere Exponate aus dem Zweiten Weltkrieg gemacht werden. Luftminen und Bomben, die über Plauen abgeworfen worden sind, sollen ausgestellt werden. Mit dem Kampfmittelbeseitigungsdienst Sachsen und dem Militärhistorischen Museum Dresden werde dazu zusammengearbeitet. Aktuell stellen die Bergknappen im "Meyerhof" 120 der insgesamt rund 200 vereinseigenen Exponate aus.

Der wieder begehbare Gräf-Keller wurde einst vom Plauener Likör-Hersteller Ludwig Gräf genutzt. Nach dem Krieg sind die Anlagen zugeschüttet worden. Der breite und lange Stollen wird nicht direkt an das Luftschutzmuseum angeschlossen. Zusammen mit dem in den letzten Monaten sanierten 1860-Keller wird das Museum künftig aus drei Anlagen bestehen. Der kleinere mittlere Stollen dient vor allem als weiterer Aus- und Eingang zum bisherigen Museumsstollen.

Gläsernes Empfangsgebäude

Mittelfristig soll die Außendarstellung des "Meyerhofs" weiter verbessert werden. Die Bergknappen wollen hier einen zentralen Anlaufpunkt für Besuchergruppen schaffen. Ein Stahl-Glasbau mit zwei Etagen schwebt dem Verein vor. Unten könnten die Kassen und Toiletten sein und darüber könnten in entsprechender Atmosphäre Exponate ausgestellt werden, für die es im Berg zu kalt und zu feucht ist. "Für das Gebäude möchten wir einen Architektenwettbewerb ausloben", sagt Gert Müller. Noch ist das Vorhaben aber Zukunftsmusik. Mit rund einer Million Euro gestaltet die Stadt 2014 den Schlosshang neu. Die Planungsleistungen sind an eine Firma in Zwickau vergeben worden.