Die Stimme des Jörg Simmat

Ein neues Hörbuch mit der Stimme des Plauener Schauspielers Jörg Simmat wird demnächst zu haben sein: "Buch der Angst" der Autorin Karin Giera aus Bösenbrunn. Die gesamte Studioarbeit realisierte der Sprecher in Plauen, die eigene Wohnung wurde zum Tonstudio.

Von Frank Blenz

Plauen  Angst. Das Gefühl, der Zustand, das Unbehagen. Ein Wanderer erreicht auf seiner Reise einen Ort. Ihm wabert derlei Angstatmosphäre entgegen, er tritt in diese Stadt, deren Häuser allein nicht hell und einladend wirken, die Einwohner nicht froh erscheinen. Der Wanderer stellt tatsächlich fest: hier wohnt die Angst. Er nimmt es auf sich, den Versuch zu starten, die Menschen von der Angst zu befreien. 62 kleine Kapitel umfasst das Druckwerk "Buch der Angst" von Karin Giera, das Buch wird eines von sieben Büchern sein, das zweite Werk beschäftigt sich mit der Liebe.


Die Präsentation von "Buch der Angst" für den Leser nun in Form eines Hörbuches basiert auf einem Dialog zwischen der Autorin und dem Schauspieler Jörg Simmat, der vor der Zusammenarbeit probehalber zwei Kapital auf eine Tondatei sprach. Und höre da: das geschriebene Wort entwickelte eine neue Spannung und Intensität, Giera und Simmat zeigten sich begeistert und beschlossen das Projekt "Hörbuch". "In zweimonatiger Arbeit und intensivem Austausch mit der Autorin ist das Werk entstanden. Jedes einzelne der 62 Kapitel sind wird nach jeder Probeaufnahme inhaltlich und sprachtechnisch noch einmal durchgegangen", erzählt Jörg Simmat im Gespräch mit dem Vogtland-Anzeiger.
Die technische Umsetzung realisierte der Schauspieler Simmat in kompletter Eigenregie und von zu Hause aus. "Ich habe dazu das beste Sprechermikrofon, das es aktuell gibt, angeschafft", so der Sprecher mit einem Augenzwinkern. Weitere Investitionen erfolgten im Bereich Studiosoftware und Aufnahmesoftware.


Die Aufnahmeräume sind zum einen ein kleines "Käffterle" neben der Küche sowie die Wohnstube. Das Tonstudio mit Rechner, Monitor und Co ist der Schreibtisch des Künstlers, der hier die gesamte technische Umsetzung realisierte. "Es ist schon so, dass Studioarbeit für mich ein schwieriger Lernprozess war, versehen auch mit Rückschlägen. Das reicht vom Schnitt der Aufnahmen bis zum sogenannten Mastering der fertig eingesprochenen Aufnahmen. Es reicht eben nicht nur eine hervorragende Qualität beim Einsprechen, es muss am Ende auch eine sendefähige und für das Presswerk verwendbare Tondatei entstehen." Das lange Probieren und Üben beim Schnitt und bei der Endbearbeitung aber haben sich gelohnt, so Simmat.


Was war der Anlass ein Hörbuch zu erschaffen? Simmat sagt: "Der Rückgang der Aufträge als freischaffender Schauspieler auf null im letzten Jahr brachte mich darauf zu fragen: Was kann ich zu Hause tun? Als Sprecher habe ich immer schon mal gearbeitet, so bei der Plauener Produktion "Codename Brisling Teil 1" oder für verschiedene Firmen, die kommerzielle Filme drehen und die Unterbildtexte eingesprochen haben wollen. Auch die Produktionserfahrung bei eigenen CD-Aufnahmen standen zu Buche."


Nach dem Hörbuch "Buch der Angst" arbeitet Simmat inzwischen an einem weiteren Auftrag der Dresdner Autorin Wiete Lenk. Sie hat beim "Zwiebook-Verlag" Dresden mehrere Erzählbände veröffentlicht. "Aus zwei dieser Bücher und einem unveröffentlichten Text haben wir sieben Erzählungen ausgesucht, die auf eine Doppel-CD namens "Hörtexte" gebannt werden und in Kleinstauflage erscheinen."
Inzwischen ist das Hörbuch "im Kasten". "Buch der Angst" erscheint demnächst im Eigenverlag der Autorin. Ein exklusiver Verkauf erfolgt im Netz oder analog in der Oelsnitzer Buchhandlung am Markt, da eben auch in Druckform.