Die Spätberufene - Superintendentin Ulrike Weyer kandidiert als Bischöfin

Nach längerem Nachdenken habe sie ein "inneres Ja gefunden", sagt Superintendentin Ulrike Weyer zu ihrer Kandidatur für das Amt der Landesbischöfin der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands.

Plauen/Magdeburg - Sie hat sich erst mit 18 Jahren taufen lassen und diesen Weg und Zugang zum Glauben über eine Freundin gefunden, wie sie sagt. Die Plauener Superintendentin Ulrike Weyer wurde am 30. April 1973 in Dresden geboren, wuchs in der Elbestadt auf und schloss die Polytechnische Oberschule im Jahr 1989 ab. Nach der Wende fing sie zunächst eine Ausbildung zum "Wirtschaftskaufmann" an, wie es damals auch für Frauen noch hieß, ging dann aber auf ein Wirtschaftsgymnasium. Durch besagte Freundin an den Glauben herangeführt studierte sie von 1993 bis 2001 Evangelische Theologie in Halle und Leipzig. Ihr Vikariat absolvierte sie an der Leipziger Nikolaikirche bei dem 2014 gestorbenen Nikolaikirchenpfarrer Christian Führer, wo sie sich auch mit politischen Botschaften auseinandergesetzt habe.
Ihre erste Pfarrstelle lag in Nordsachsen, wo sie nach eigenen Angaben zuständig war für sechs Kirchgemeinden und 37 Dörfer. Ab dem Jahr 2004 war sie als Pfarrerin im Kirchspiel Sornzig im Kirchenbezirk Leisnig-Oschatz tätig. Dort habe sie umfangreiche Erfahrungen als Pfarrerin im ländlichen Raum gesammelt, sagt Ulrike Weyer. Seit 2015 ist sie Superintendentin im Kirchenbezirk Plauen und Inhaberin der Pfarrstelle der St. Johanniskirchgemeinde Plauen. Weyer ist verheiratet und hat einen Sohn.
Die 45-Jährige spricht von "einer hohen Ehre", als Kandidatin für das Amt der Landesbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) angefragt zu werden. "Dieses Amt hat eine große geistliche Dimension für mich", macht Weyer deutlich. Daher sei es für sie vor allem eine geistliche Frage gewesen. Sie habe längere Zeit darüber nachgedacht, "um ein inneres Ja zu finden" und sei nun bereit für die Kandidatur, sagt Weyer.