^Die Schwelle ist überschritten

Plauen - "Endlich ist der Tag gekommen, den ihr lange herbeigefiebert habt. Mit schmucker Kleidung und vielleicht auch Schmetterlingen im Bauch dürft ihr heute in der ersten Reihe sitzen.

 

Hinter euch haben Eltern, Geschwister, Großeltern und Verwandte Platz genommen. Die Jugendweihe ist die symbolische Schwelle von der Kindheit in die Welt der Erwachsenen. Dieser Schritt ist ein Beginn, aber jeder braucht für das Erwachsenwerden unterschiedliche Zeit. Das Wohlbehütetsein durch eure Eltern wird jetzt abgelöst durch selbst entscheiden und selbst tun", sagte der Festredner Nico Scherbarth.

 

Als Mitglied des sächsischen Verbandes für Jugendarbeit und Jugendweihe hatte der 28-Jährige in sehr emotionalen Worten den Weg zum Erwachsenwerden angesprochen und mit eigenen Erlebnissen und Erfahrungen gewürzt. Bei der sehr bildhaften Rückschau auf den bisherigen Lebensweg der 14-Jährigen, beginnend mit dem ersten Babyschrei, Laufen lernen, Schulanfang und nicht ausbleibenden Kümmernissen, wurden bei den Eltern so ganz eigene Erinnerungen wach.

 

Und so manche Mama zückte verstohlen das Taschentuch. Den kulturellen Part übernahm bei den drei Jugendweihefeiern am Samstag in der Festhalle die Gruppe "De luxe" unter Leitung von Antje Barthels.

 Die Aufregung bei den Jugendweihlingen wurde dann am größten, als sie in Gruppen auf die Bühne traten und einzeln genannt wurden. Während er Stellprobe vor einigen Tagen war alles noch so einfach. Doch nun richteten sich hunderte Augenpaare auf sie. Für jede Gruppe gab es einen Spruch aus dem Buch der Lebensweisheiten. Und natürlich eine Urkunde, die das Ereignis schwarz auf weiß festhielt. Neben einem Strauß, überbracht von Blumenkindern, gab es für jeden das Buch "Weltanschauung - Jugend verändert die Welt".

 

Zum Abschluss der 70 offiziellen Minuten sprachen vorwiegend Mädchen - das war schon in der Vergangenheit so - den Dank der Jugendweihlinge. Für das Erinnerungsfoto hieß es dann im Foyer nochmals aufstellen - und dann hatten die Eltern und Verwandten Gelegenheit für ihre Glückwünsche. Und natürlich duften auch Geschenke nicht fehlen. Die 14-Jährigen strahlten mit der Sonne um die Wette, waren sie doch Mittelpunkt des Tages. Und das hieß es auch später bei den Familienfeiern richtig auszukosten. Denn wie sagte schon Nico Scherbarth: "Genießt diesen Tag, denn es ist nur euer Tag."

201 Mädchen und Jungen wurden in den Kreis der Erwachsenen aufgenommen. In der ersten Veranstaltung 9 Uhr waren es Schüler der Hufeland-, Dittes- und Friedensschule. 11.30 Uhr folgten die Jugendweihlinge des Lessing-Gymnasiums, der Kemmlerschule und drei einzelnen Schüler.

 

Schließlich erhielten 14 Uhr in der letzten Feier des Tages, die Diesterweg-Gymnasiasten, die Weischlitzer Mittelschüler sowie ein Pausaer die Jugendweihe. An den Feiern waren auch zwei junge Leute aus Oberfranken beteiligt.  Heute werden die Achtklässler neben den Glückwünschen ihrer Lehrer auch mit dem Wörtchen "Sie" bedacht. Das verpflichtet - wie vieles mehr auf dem eingeschlagenen Weg zum Erwachsenwerden. M. T.