Die Quadratur des Kreises

Der Teufel steckt bekanntlich im Detail - und so verhält es sich auch bei der Angleichung der Schulsprengel, die nicht bei allen Stadträten auf Wohlwollen stieß..

Von Torsten Piontkowski

Plauen Nein, die Quadratur des Kreises ist auch Schulreferentin Simone Schurig und ihrem Team nicht gelungen. Nichtsdestotrotz hat das "Abstecken" der vier neuen Schulsprengel dafür gesorgt, dass alle elf Grundschulen der Stadt in ihrem Bestand auch künftig gesichert sind. Dieses Ziel formulierte die Schulreferentin eingangs auch: Es gehe um die Sicherung der Zügigkeit - also das Sicherstellen aller Klassenstufen auch an Schulen mit niedrigen Anmeldungen. Demgegenüber solle sich die Anmeldesituation bei Schulen mit hohen Schülerzahlen entspannen und ein Grundschulangebot in Wohnortnähe gesichert sein. Zudem avisierte Schurig eine Plattform, auf der sich Eltern über alle Infos rund um die Schulanmeldung kundig machen können.
Künftig vier Schulsprengel
Ausgangspunkt der geänderten Schulsprengel war das Problem, dass bisher an einigen Grundschulen - Jößnitz, Karl Marx und Neundorf - bereits sehr viele Schüler unterrichtet werden, während die Kapazitäten bei anderen - Kuntzehöhe, Oberlosa und Herbart - noch nicht ausgeschöpft sind.
Unverändert bleibt der Schulsprengel mit den Schulen Reusa und am Wartberg. Im Schulbezirk Lindgren-, Herbart und Grundschule Oberlosa sind perspektivisch weniger Schüler zu erwarten, so dass diesem Sprengel weitere Straßen zugeordnet wurden, wo wiederum höhere Schülerzahlen zu erwarten sind.
Ebenfalls Straßen "verschoben" wurden, um den dritten Schulsprengel - Ohser-Grundschule, Kuntzehöhe und Grundschule Neundorf - stabiler zu machen. Den vierten Sprengel bilden die Grundschule Karl Marx, die Rückert- und die Grundschule Jößnitz. Während die "Karl Marx" und Jößnitz mit ansteigenden Schülerzahlen rechnen, hat die Rückert noch Kapazitäten. Durch die Bildung eines gemeinsamen Schulbezirkes soll nun eine gleichmäßige Schülerverteilung ermöglicht werden.
Bisher bildeten die elf Grundschulen drei Schulbezirke. Einem einheitlichen Schulbezirk hätten die Schulleiter einstimmig eine Absage erteilt. Erwartungsgemäß blieb die mit viel Mühe erarbeitete Vorlage nicht ohne Widerspruch. FDP-Stadträtin Kerstin Knabe kritisierte, dass der zu Straßberg gehörende Ortsteil Possig quasi "geteilt" worden sei. In der Vorschulzeit besuchen die dort wenigen Kinder die Kita in Neundorf, müssten aber dann in eine andere Schule.
Ausnahmeregeln möglich
Ähnlich äußerte sich FDP-Stadtrat Ingo Eckardt. Er verwies darauf, dass es zwischen Jößnitz und Kauschwitz kaum "historische Verflechtungen" gäbe und machte zudem darauf aufmerksam, dass auch zur Rückert- und der Karl-Marx-Schule keinerlei Busverbindungen bestünden.
Linken-Stadtrat Maik Schwarz wiederum trieb ein anderes Problem um. Viele Eltern hätten ihre Besorgnis geäußert, dass ihre Kinder auf dem Weg in die Rückert-Schule in Haselbrunn von den "braunen Rattenfängern" angesprochen würden. OB Steffen Zenner avisierte, gerade in diesem Stadtteil das Freizeitangebot deutlich zu verstärken, um dieser Gefahr vorzubeugen. Baubürgermeisterin Kerstin Wolf ergänzte, dass Haselbrunn als Fördergebiet vorbereitet werde, inklusive der Sanierung der Rückert-Schule.
Zenner machte zudem auf die Möglichkeit von Ausnahmegenehmigungen hinsichtlich der Einschulungen aufmerksam, die in aller Regel auch erteilt würden. Die Sprengel an sich seien schlüssig, restlos alle Eltern zufrieden zu stellen sei nun mal nicht möglich.