Die Preisträger 2010 sind gekürt

Markneukirchen - Die Preisträger 2010 stehen fest: Am Donnerstag fand in der Musikhalle Markneukirchen das Finale beim 45. Internationalen Instrumentalwettbewerb im Fach Oboe statt. Nach drei hartumkämpften Auswahlprüfungen lieferten sich dieses Jahr vier Finalisten ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die begehrten Platzierungen.

Für das Finale des Wettbewerbes im Fach Oboe wurde das Konzert für Oboe und kleines Orchester D-Dur AV 144 von Richard Strauss ausgewählt. Die ebenso schlicht wie kunstvoll verarbeiteten Themen lassen die Eigenarten der klanglichen Register der Oboe gut zur Geltung kommen. Also ein Werk, das wunderbar geeignet ist für einen Oboen-Wettstreit. Für die vier Finalisten stand die Vogtland Philharmonie Greiz/Reichenbach unter bewährter Leitung ihres Chefdirigenten Jiri Malát hilfreich zur Seite und führte sie mit viel Einfühlungsvermögen sicher bis zum Schlussakkord. Als erstes durfte die kleine Spanierin Cristina Gómez Godoy ihr Können unter Beweis stellen. Sie wurde 1990 in Linares in Spanien geboren und studierte an den Konservatorien in Jaen und Sevilla. Sie setzte ihr Studium dann bei Prof. Gregor Witt in Rostock fort und spielte bereits im World Orchestra of Jeunesses Musicales und in verschiedenen spanischen Orchestern. 2005 erhielt sie den dritten Preis beim Internationalen Musikwettbewerb im spanischen Badajoz.

 

Gegenwärtig ist sie Solo-Oboistin der Real Orquestra Sinfónica de Sevilla und Mitglied im West Eastern Divan Orchestra. Das Spiel der 20-jährigen Spanierin war gekennzeichnet von einem warmen, zarten Ton, einem ausdrucksvollen Vortrag und einer souveränen Beherrschung des Soloparts. Mit großem Atem und einfühlsamer Tongebung gestaltete sie das Andante und absolvierte mit schelmisch ausgelassener Virtuosität und einer wunderschönen Kadenz den Finalsatz. Thomas Hecker, geboren 1985, erhielt seinen ersten Oboenunterricht am Robert-Schumann-Konservatorium in Zwickau bei Almut Rönnecke und wechselte dann zu Christoph Gerbeth nach Dresden, bevor er 2004 sein Studium bei Klaus Becker an der Hochschule für Musik und Theater Hannover aufnahm. Er ist Stipendiat der Deutschen Stiftung Musikleben. Als Preisträger des Deutschen Musikwettbewerbes in der Kategorie Oboe trat er mit dem Beethoven-Orchester Bonn und der Rheinischen Staatsphilharmonie Koblenz auf. 2009 erhielt er einen Zeitvertrag als Solooboist im Gewandhausorchester Leipzig und in gleicher Funktion im Deutschen Symphonieorchester Berlin. Seine Interpretation des Oboenkonzertes war nun ganz anders - energischer, "männlicher", mit guter Dynamik und sicherer Tongebung spielte er seinen Solopart.

Als dritter Finalist betrat Ivan Podyomov, geboren 1986 in Archangelsk, die Bühne. Er ist zweiter Preisträger des Internationalen Musikwettbewerbes der ARD in München. Er begann seine musikalische Laufbahn mit einem Blockflötenstudium, bevor er 1996 die Oboe favorisierte. Seit 2006 studiert er am Konservatorium in Genf bei Maurice Bourgue. Er konzertierte mit den verschiedensten Orchestern, wie dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Münchner Kammerorchester oder der Kammerakademie Potsdam und errang den ersten Preis beim Internationalen Rimsky-Korsakov-Wettbewerb in St. Petersburg.

Seinen Vortrag könnte man gewissermaßen als Mischung der vorhergehenden Interpretationen ansehen. Mit seinem musikalischen Verständnis, mit ausdrucksvoller Tongestaltung, Virtuosität und einer wunderbaren dynamischen Entwicklung beeindruckte er die zahlreichen Zuhörer im Saal und erhielt viel Beifall.

Seine Landsfrau, Maria Sournatcheva, 1988 in Moskau geboren, erhielt seit dem sechsten Lebensjahr Unterricht in Klavier und Blockflöte. Ein Jahr später legte sie den Schwerpunkt ihrer musikalischen Ausbildung auf die Oboe. 1999 war sie Preisträgerin des Wettbewerbes "Veo-Veo International" des spanischen Fernsehens. 2001 erhielt sie von der Hochschule für Musik und Theater Hannover das Angebot, ihre musikalische Ausbildung bei Prof. Klaus Becker fortzusetzen. Seit Mai 2002 studiert sie in Hannover am Institut zur Frühförderung Hochbegabter (IFF). 2004 wurde sie mit dem Förderpreis des Braunschweig Classics Festivals in einem Konzert mit dem Staatsorchester Braunschweig ausgezeichnet und wurde Mitglied im Bundesjugendorchester des Deutschen Musikrates. Seit 2005 ist sie Stipendiatin der Yehudi Menuhin Förderung "Live Music Now". Auch ihr sehr souveräner, spannungsvoller Vortrag konnte die Zuhörer überzeugen und brachte ihr viel Beifall vom sachkundigen Publikum ein.

Nach einer etwas längeren Beratungspause der internationalen Juroren unter dem Vorsitz von Prof. Günther Passin, die deutlich machte, wie eng es bei diesem Finale zuging, verkündete dann Prof. Peter Damm das Ergebnis des Orchesterfinales im Fach Oboe: Cristina Gómez Godoy errang einen zweiten Preis, Ivan Podyomov erreichte ebenfalls den zweiten Preis, Thomas Hecker errang den dritten Preis und für Maria Sournatcheva reichte es unter den 77 Teilnehmern am Ende für den vierten Preis.