Die Neundorfer wird immer teurer

Plauen - Auch nach den erklärenden Worten von Manfred Eberwein blieb sein Anzug fleckenfrei, wenngleich man symbolisch glaubte, Aschereste zu erkennen.

 

Dem Baubürgermeister kam gestern im Stadtrat die nicht unbedingt angenehme Aufgabe zu, den für den weiteren Ausbau der Neundorfer Straße erforderlichen Nachtrag zu begründen. Und der ist zum einen nicht der erste und zum anderen ziemlich happig. Es geht um 281 000 Euro, die es "nachzuschießen" gilt. Möglicherweise verringert sich diese Summe, denn "nur" 89 000 Euro sind bisher als Nachforderung diverser Gewerke tatsächlich anerkannt. Der Rest befindet sich quasi noch in der Schwebephase.

 

Gemessen am Gesamtinvestitionsvolumen von fünf Millionen Euro machen alle bisherigen Nachtragsforderungen etwa acht Prozent aus. Dennoch kam Eberwein nicht umhin, auch Versäumnisse zumindest indirekt einzuräumen. Künftig gelte es, gegenüber den Stadträten und in den Ausschüssen mehr Transparenz zu üben. Was die für heftige Kritik sorgende Fällung zahlreicher Bäume entlang der Neundorfer betraf, bezeichnete sich der Baubürgermeister als zu "blauäugig".

 

Schon zu Baubeginn wäre eine Entscheidung pro oder contra Baumfällung hilfreicher gewesen. Er avisierte, künftig in den betreffenden Ausschüssen, aktuell über den Baufortschritt zu berichten und "ehrlich mit den Bauzeiten" umzugehen. Zugleich räumte er ein, die Entscheidungsträger im eigenen Haus stärker hinsichtlich Vergabe- und Vertragsrecht sowie neuen Technologien qualifizieren zu müssen.

 

Dass weitere Nachträge in Größenordnungen nicht zu erwarten seien, stimmte die Stadträte allerdings nicht milder. Thomas Fiedler (CDU) wies beispielsweise darauf hin, dass ein Teil der Mehrkosten hätte durchaus verhindert werden können. Stichwort so genannte "Sowieso-Kosten" die entstehen, wenn bestimmte Probleme erst währen des Bauens erkannt werden, vermeintlich aber die gleichen kosten verursacht hätten, wären sie zu Beginn berücksichtigt worden.

 

Falsch, argumentiert Fiedler. Erkennt bereits der Planer dass Problem, dann steht die betreffende Leistung im Wettbewerb und ist günstiger zu bekommen. Ein Nachtrag aber falle in jedem Fall teurer aus. Mit fast sichtlichen Bauschschmerzen bewilligten die Stadträte schließlich den Nachtrag, um die Gesamtbaumaßnahme nicht zu gefährden. tp