Die neuen Stars der Volksmusik live in Reuth

Sie kommen aus dem 1000-Einwohner-Ort Kirchaich bei Bamberg und sind bekannt bis zum Ballermann. Wo die drei Brüder Markus (30), Tobias (26) und Philipp (21) Thomann als "Dorfrocker" auftreten, da geht?s richtig ab. Beim Finale des Grand Prix der Volksmusik im vergangenen Jahr landeten sie als beste deutsche Teilnehmer auf Platz 4 mit "Und ab geht die Lutzzzi ..."

 

Der Stimmungskracher wird auch am Samstagabend beim Tag der Vogtländer durch Reuth schallen, wenn die Jungs ab 22 Uhr auf der Bühne stehen. Marjon Thümmel sprach schon mal vorab mit Markus, dem ältesten der Brüder, die auch schon als Wettkönige von sich reden machten.

 

Eure Musik erinnert ein bisschen an die Schürzenjäger ... Sind die euer Vorbild?

Markus: Beim Abschiedskonzert der Schürzenjäger durften wir vor der 60 000 Mann starken Kulisse spielen. Das war super. Klar, dass wir uns von der Tiroler Kultband auch einiges abgeschaut haben, aber auf Vorbilder im üblichen Sinne sind wir nicht festgelegt. Wir hören jede Musikrichtung und uns gefällt, was gut ist.

Wie kamt ihr denn zu der rockigen Volksmusik?

Tobias und ich haben von Kindesbeinen an schon Musik gemacht. Mit fünf Jahren hat uns die Mutter zur Musikschule geschickt, wo wir Akkordeon und Schlagzeug gelernt und gängige Titel der Volksmusik auch auf kleinen Bühnen nachgespielt haben. Dann kam die Zeit der Pubertät und der Schwenk zur Rockband. Vor fünf Jahren, als auch Philipp alt genug war, haben wir uns gesagt, wir gründen was eigenes und treten als Brüder gemeinsam auf.

Seit dem gibt es auch eigene Lieder von euch?

Ja, das ist richtig. Ende 2005 haben wir eine Demo CD an Plattenfirmen geschickt - und das Münchner Ariola-Team fand uns gut. Seitdem haben wir schon drei Alben gemeinsam produziert.

Wo findet ihr denn die Ideen zu euren Titeln?

Die sammeln wir im Keller (lacht). Dort gibt es bei uns Brennholz und Ideen. Mutter holt das Holz und Tobias die Ideen - und schreibt sie auf. Stunden oder gar Tage lang zieht er sich dann ins Studio zurück, bis er uns das Lied vorspielt.

Und wer entscheidet?

Da geht es bei uns demokratisch zu. Die Mehrheit entscheidet. Und wenn ich einmal in der Minderheit bin, dann poche ich als Ältester auf mein absolutes Vetorecht.

Wie würdet ihr euere Musik beschreiben?

Sie lenkt ab von den alltäglichen Sorgen und hilft denen, die immer in Eile sind, abzuschalten. Wir wollen keine Weisheiten verkünden, die Philosophen schon vor Hunderten Jahren aufgestellt haben. Wir wollen ganz spontan gute Laune verbreiten. Und stehen auch vom Typ her dazu.

Euer Erfolg zeigt, dass ihr damit richtig liegt ...

Wir hoffen es und freuen uns, dass die Fangemeinde immer größer wird. Wir haben in diesem Jahr über 200 Auftritte, davon 80 mit Florian Silbereisen und Stefan Mross. Die Tour mit Stefan beginnt ab Oktober und führt in mehr als 20 Städte.

Ihr begeistert aber nicht nur in Deutschland mit euerer Musik?

Wir spielen neben Deutschland in Österreich, der Schweiz und Frankreich, waren 2008 auch in Amerika - beim Oktoberfest in Las Vegas. Wir wollen dabei immer nur eins, den Spaß der Zuhörer.

Gemeinsam mit Ihrem Bruder Tobias sind Sie auch Wettkönige. Bei "Wetten dass ..." haben sie beide am Klimpern Münzen erkannt. Klimpert es auch jetzt richtig?

Man muss ja von etwas leben. Aber wir haben alle drei auch ordentliche Berufe, wenn es musikalisch mal schlechter läuft. Tobias ist angehender Grundschullehrer, Philipp Steuerfachgehilfe und ich Steuerberater. Weil wir viel unterwegs sind, müssen wir die Berufe erst einmal an den Nagel hängen.

Apropos unterwegs: Am Samstag seid ihr in Reuth live zu erleben ...

Da freuen wir uns schon drauf. Nach unserem Auftritt bei der Wernesgrüner Musikantenschenke im April hatte uns Ulrich Lupart angesprochen, ob wir nicht beim Tag der Vogtländer dabei sein könnten. Und es hat geklappt. 22 Uhr soll?s für uns los gehen - wir spielen bis zur Sperrzeit. Gibt?s die?

Ihr seid alle drei solo. Aber an Angeboten wird es bestimmt nicht fehlen?

Auch wir kennen die Verlockungen auf den Schildern der Mädels "Heirate mich", "Ich will ein Kind von dir". Aber wir sind noch auf der Suche.

Wenn von den Dorfrockern die Rede ist, gehören aber noch mehr dazu ...

Das ist richtig. Wir sind eine Sechs-Mann-Band. Und spielen alles live.

Gab?s auch mal einen schiefen Ton?

Wenn mal sich nicht konzentriert und ablenken lässt, kommt das schon mal vor. Doch das nehmen die Zuhörer nicht so krumm. Wir geben uns aber meistens Mühe, uns nicht ablenken zu lassen.