"Die Menschen haben alles verloren"

Jahrelang engagiert sich Dr. Marcus Lingel, Chef der Merkur Bank, mit seiner Familie und Freunden, für ein Gesundheitszentrum in Mosambik. Nun hat die Sturm-Katastrophe alles vernichtet.

Plauen - Auch gut einen Monat nach dem großen Sturm ist das Ausmaß der Katastrophe kaum in Worte zu fassen: Wasser steht in den Straßen, ganze Stadtteile sind verwüstet, Menschen verzweifelt. Der Zykoln Idai, der Anfang März mit voller Wucht auf die Küste von Mosambik traf, gilt als eine der schlimmsten durch Wetter verursachten Katastrophen, die es jemals auf der Südhalbkugel gegeben hat. Mehr als 1000 Menschen starben, über 1,5 Millionen sind betroffen. Besonders schlimm hat es die Küstenstadt Beira getroffen, sie wurde zu 90 Prozent zerstört.
"Den Menschen vor Ort fehlt es buchstäblich an allem: Sie haben alles verloren und kämpfen um ihr Überleben. Als nächstes drohen Seuchen und Krankheiten", sagt Dr. Marcus Lingel. Der persönlich haftende Gesellschafter der Merkur Bank, engagiert sich seit Jahren in dem südostafrikanischen Land. Mehrmals im Jahr ist er vor Ort und macht sich ein Bild von den Hilfsprojekten, die von der Merkur Banküber die Deutsch-Mosambikanische Gesellschaft (DMG) unterstützt und finanziert werden. 
Was ihn besonders betroffen macht: Die medizinische Fakultät der Katholischen Universität in Beira, die von der Merkur Bank gegründet und aufgebaut wurde, ist völlig zerstört. Fast eine halbe Million Euro an Spendengeldern hatte die Privatbank zusammen mit anderen Partnern für dieses wichtige Projekt gesammelt: Das Gesundheitszentrum sichert nicht nur die medizinische Versorgung der Bevölkerung, sondern auch die Ausbildung von Medizinern. "Alles, was wir in den vergangenen zehn Jahren mühsam aufgebaut haben, ist innerhalb von wenigen Tagen zerstört worden", sagt Dr. Lingel. Dabei ist eine funktionierende medizinische Versorgung jetzt wichtiger denn je, weil Überschwemmungen, stehendes Wasser und verschmutztes Trinkwasser zu Krankheiten wie Cholera, Malaria und Durchfall führen. 
Aber auch die Ausbildung der Ärzte muss wieder aufgenommen werden: Der Zugang zu Bildung ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass die Menschen in ihrer Heimat eine Zukunftsperspektive sehen. Deswegen ruft Lingel jetzt dazu auf, ihn und sein Unternehmen zu unterstützen, um das nötige Geld für den Wiederaufbau zu sammeln. "Die Schäden am Gebäude, medizinische Instrumente, Medikamente - wir brauchen rund 300 000 Euro", so Lingel. Rund 100 000 Euro hat die Merkur Bank selbst gespendet und setzt nun auch auf Unterstützung auch aus dem Vogtland. "Wir haben in den vergangenen Jahren viele Spenden aus der Region erhalten und hoffen, dass wir das Gesundheitszentrum schnell wieder in Betrieb nehmen können."

Spendenkonto

Wer den Opfern in Mosambik helfen möchte, kann unter dem Stichwort "Wirbelsturm Idai" Geld auf das Konto der Deutsch-Mosambikanischen Gesellschaft (DMG) spenden: 
IBAN: DE 28 7013 0800 0000 025755. SWIFT: GENODEF1M06 (Merkur Bank KGaA).