Die Kita-Gebühren im Vogtland

Alles wird teurer - zumindest einiges. Die Stadt Plauen erhöht die Elternbeiträge für die Kinderkrippen der Stadt. Mussten bisher 151,04 Euro pro Monat gezahlt werden, sind es künftig 161,65 Euro.

 

"Damit liegen wir immer noch im unteren Bereich vergleichbarer Städte", sagt Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer. Real schlage ein Krippenplatz mit 850 Euro zu Buche, der Zuschuss des Freistaates liege seit Jahren unverändert bei 150 Euro, rechnet er vor. Und, dass die "moderate Erhöhung" Ausdruck von Kinderfeindlichkeit sei, kann und will er deshalb nicht nachvollziehen. Obwohl die Kommune jeden Krippenplatz mit über 500 Euro bezuschusse, seien in den letzten Jahren 200 neue Plätze hinzugekommen, stehen für die Sprösslinge Plauener Eltern insgesamt 600 Plätze zur Verfügung.

 

Ursprünglich hatte die Stadt geplant, um den aktuellen Haushalt zu konsolidieren, die Krippengebühren auf rund 170 Euro anzuheben. Dagegen aber sprach sich die Mehrheit der Stadträte aus.  Aus einer Übersicht des Vogtlandkreises (Stand 18. Oktober 2010) geht folgendes hervor: Plauen rangiert nach der Erhöhung im "teuersten" Drittel der vogtländischen Kommunen. Die Kommune mit den höchsten Elternbeiträgen für die Kinderkrippe ist Bad Elster: Hier werden pro Monat 175 Euro fällig. Die preisgünstigste Kommune ist Neustadt, wo Eltern für die Betreuung ihrer Krippenkinder 130, 77 Euro zahlen müssen.

 

Und wie sieht es mit den Elternbeiträgen für den Kindergarten aus? Da variieren die Beiträge von 77,51 Euro, die in der Gemeinde Tirpersdorf erhoben werden, bis 109,85 Euro, die die Stadt Reichenbach erhebt. Plauen befindet sich hier im Mittelfeld mit 90,91 Euro. Bleibt ein Blick auf die Hortbeiträge, die im Vogtland zu zahlen sind: Die geringsten Elternbeiträge fallen an in Pausa. Eltern, die ihre Kinder in den Hort der Erdachsenstadt bringen, werden mit 42 Euro zur Kasse gebeten. Anders in Reichenbach, wo 64,30 Euro anfallen. In Plauen sind es - zum Vergleich: 53,20 Euro.

Das ist die eine Sicht auf die Tatsachen. Man kann auch die Betriebskosten betrachten und die Beteiligung der Eltern diese zu tragen. Im Krippenbereich empfiehlt der Freistaat Sachsen, 20 bis 23 Prozent der Betriebskosten auf die Eltern umzulegen. Die Gemeinde Triebel legt nur 14,24 Prozent um, Pausa dagegen 25,51 Prozent.

Im Kita-Bereich werden von Sachsen 20 bis 30 Prozent Umlage empfohlen. Die Gemeinde Erlbach legt nur 19,63 Prozent um, die Gemeinde Pöhl 30,97 Prozent. Plauen liegt bei 23,26 Prozent. Schließlich der Blick auf den Hortbereich, wo ebenfalls 20 bis 30 Prozent Umlage empfohlen werden. Hier ist die Gemeinde Triebel mit 17,54 Prozent der aus Elternsicht günstigste "Umleger" und die Gemeinde Pöhl mit 33,40 Prozent der ungünstigste. Plauen legt 23,27 Prozent der Kosten um.

Und auch das kostenlose Vorschuljahr in den Kindertagesstätten entfällt auf Beschluss der sächsischen Regierung wieder, nachdem es im Jahr der Landtagswahlen eingeführt worden war. Die Leiterin der Plauener Kita "Pusteblume", Elke Ordnung, hatte dagegen in einem offenen Brief an Kultusminister Roland Wöller protestiert, weil sie und ihre Kollegen fürchten, dass sich viele Eltern den Besuch ihrer Kinder nicht mehr leisten können, was auch eine Personalreduzierung zur Folge hätte. va