Die Größte trägt Plauener Spitze

"Mademoiselle Belle" ist einen Zentimeter größer als die sächsische Freiheitsstatue "Saxonia". Das Detail, dass es sich nicht um eine Figur, sondern um eine Puppe handelt, ist der Erschafferin sehr wichtig.

Selb/Plauen - Die größte Porzellanpuppe der Welt trägt ein Kleid aus Plauener Spitze. Am Wochenende zeigte sich "Mademoiselle Belle" erstmals der Öffentlichkeit. Im Showroom ihrer Schöpferin Barbara Flügel, der bekannten Porzellankünstlerin im oberfränkischen Schönwald, konnten Besucher Selfies mit der weißen Schönheit machen.
1,81 Meter groß und etwa 80 Kilogramm schwer ist die Puppe aus Porzellan. Anders als die 1,80 Meter große und 800 Kilogramm schwere Sächsische Freiheitsstatue "Saxonia", die anlässlich des 25. Jahrestages der deutschen Wiedervereinigung vor fünf Jahren vom ehemaligen Meissener Chefplastiker Jörg Danielczyk geschaffen wurde, ist "Mademoiselle Belle" keine komplette Porzellanfigur, sondern eine Porzellanpuppe.
"Darauf lege ich extrem Wert. Belle hat Arme und Kopf aus Porzellan, der Körper aber ist aus Pappmaschee", sagt Barbara Flügel. Die Saxonia ist ihrer Ansicht nach die größte Meisterleistung deutscher Porzellankunst, die je geschaffen wurde. Sie sei mit nichts vergleichbar. Trotzdem hofft die Porzellankünstlerin, dass sie mit ihrer Porzellanpuppe ins Guinness-Buch der Rekorde kommt. "Ich habe nichts Vergleichbares gefunden im Puppenbereich", so Flügel.
Etwa 200 Stunden Arbeit stecken in dem Meisterwerk, welches Barbara Flügel gemeinsam mit ihrer Freundin Marina Kropf schuf. Die hatte letztlich auch die Idee, dass die Puppe doch angezogen werden müsste. Nun zeigt sich Belle in ihrem barocken Gewand mit feinster Plauener Spitze. Die Strukturen der besonderen deutschen Textilkunst sind sogar noch in der Verarbeitung gut zu erkennen.
Außerdem ist im Showroom ersichtlich, wie schwer die Arbeit mit Porzellan ist. "Porzellan verzeiht keinen Fehler", wissen Experten. Und so präsentiert Barbara Flügel, die seit 1986 erfolgreich mit ihren Porzellankreationen am Markt ist, die Testergebnisse zum Entstehen des Porzellankopfes im Showroom direkt neben Mademoiselle Belle. Besucher konnten indes im Kleinen probieren, wie sich Porzellan verarbeiten lässt. So war es möglich, die bekannten Figuren des exklusiven Barbara Flügel Porzellans, an selbst zu gestaltende Tassen anzubringen. "Nur, wer sehr sauber gearbeitet hat, wird in 14 Tagen nach dem Brennen und Glasieren eine schöne Tasse abholen können", sagt Manuela Schmidt.
Barbara Flügel indes zeigte sich froh, das Angebot für die Besucher diesmal in der Art in der eigenen Manufaktur im oberfränkischen Schönwald so unterbreitet zu haben. Bei bisherigen Porzellinerfesten war die Porzellan Künstlerin immer mit in Selb präsent, verlegte vor einigen Jahren ihren Firmensitz aber nach Schönwald.