Die e.o.plauen-Nachwuchspreisträger stellen aus

Bereits zum zweiten Mal wurden in Zusammenarbeit mit der Stadt Plauen, der e.o.plauen-Gesellschaft, dem Kunstverein Plauen-Vogtland und der Stiftung der Sparkasse Vogtland die Sieger des als Triennale stattfindenden e.o.plauen-Nachwuchswettbewerbes gekürt.

 

Als besondere Wertschätzung und als Ansporn für die vier Preisträger hängen seit vergangenem Dienstag im Hauptstellengebäude der Sparkasse Vogtland im Komturhof Werke der jungen Künstler, grafische Darstellungen aus dem überbordend kreativen Reich ihrer Gedanken und Phantasien und es ist höchst erstaunlich, wie selbstbewusst und vielfältig sich deren Kunst präsentiert.

Cilia Palotas, 15 Jahre alt, 1. Preis der Altersklasse I, 15 bis 17 Jahre, wuchs in Mainz zunächst unter künstlerischer Erziehung ihrer Mutter auf. 2008 beginnt sie mit dem Unterricht im Fach Zeichnen und gewinnt bereits 2009 den 2. Preis bei einer Ausschreibung des Kunstvereins Eisenturm in ihrer Heimatstadt. Besonders beeindruckend sind ihre Porträts, ungeschönte Charakterköpfe mit sehr eigener Physiognomie, unglaublicher Aussagekraft und Tiefe. Sie selbst verewigte sich mit Bleistift auf Papier, ein madonnengleiches Antlitz, dessen Zauber in wunderschönen, sprechenden Augen liegt. Tiere zeichnet sie naturgegeben und akribisch genau, wendet sich ab von der Wirklichkeitsnähe, um ihrer Imagination in Collagen oder surrealistischen Darstellungen Raum zu geben.

Ganz anders der Gewinner des 2. Preises in dieser Altersklasse, David Sommer aus Coesfeld. Ebenfalls 15-jährig, fließt seine Vorstellungskraft einerseits ein in Bewegungsstudien von Menschen, andererseits tobt er sich aus in Darstellungen verschiedenster Objekte aus dem Reich der Natur, wie Pflanzen und Blüten, Obst und Gemüse, in Stillleben mit Fischen auf Tabletts oder Malereiutensilien in diversen Töpfchen.

Den 1. Preis in der Altersklasse II, 18 bis 25 Jahre, bekam die 1985 in Prenzlau geborene Melanie Kramer, die als einzige anwesend war. Nach zwei Jahren (2001-02) Kunstgymnasium in Wettin bei Halle und Studium der Bildenden Kunst seit 2008 an der HfBK Dresden, qualifizierten sie ihre Leistungen und mehrere Ausstellungen zur Teilnahme am e.o.plauen-Nachwuchswettbewerb. Ihr Interesse gilt in erster Linie Darstellungen des Menschen in unterschiedlichsten Situationen. Sie hat das Gefühl für den ungewöhnlichen Moment, hält die Verletzlichkeit, den Augenblick der Angreifbarkeit fest. Fein ziseliert gezeichnete äußere Umstände, wie diverse Räume, überquellende Papierkörbe oder unüberschaubar beladene Tische oder Stühle bekunden ihren scharfen Blick für das Alltägliche.

 

Thorben Eggers aus Flensburg, zweiter Sieger in der Altersklasse II, der Vierte im Bunde dieser Exposition, legt sein Augenmerk auf die Niederungen des Daseins und verbindet dies vor allem mit auf das Wesentliche reduzierten Darstellungen von menschlicher Gesichtslosigkeit und kleinen Kindern. Besonders ihnen gilt sein Denken, sein Mitgefühl, seine Sorge. In der Bilderserie vom kleinen Esel zeichnet und formuliert er mit viel Empathie kindliches Denken und Fühlen in Momenten drohender Gefahr.  Ingrid Schenke