Die Bestie von Baskerville in Bad Elster

Bad Elster - Für ein spannendes und heiteres Vergnügen öffnete sich der Vorhang auf der Bühne im König Albert Theater - "Der Hund von Baskerville stand auf dem Programm".

 

Rund 230 Zuschauer, darunter vor allem auch auffallend viele junge Krimifreunde, verfolgten Arthur Conan Doyles Klassiker "Der Hund von Baskerville", dargeboten in einer gelungenen Aufführung vom Berliner Kriminaltheater.

Das gruselige Geschehen aus der Reihe Doyles weltbekannter Detektivgeschichten wurde frei nach der Romanvorlage von Autor Florian Battermann und Regisseur Wolfgang Rumpf spannend inszeniert, wobei auch der berühmte englische Humor nicht zu kurz kam. Erheitert wurde das Publikum gleich zu Beginn, als Sherlock Holmes (Matti Wien) und sein Partner Dr. Watson (Arne Lehmann) gemeinsam in der Badewanne sitzen, in die sie natürlich erst entspannt zurückkehren werden, nachdem sie den äußerst verworren Fall in den Sümpfen von Dartmoor gelöst haben.

 

Dort nämlich treibt eine geheimnisvolle Bestie ihr Unwesen, die auch in Verbindung mit dem mysteriösen Umständen gebracht wird, die zum Tod von Sir Charles Baskerville geführt haben - einem mächtigen und mächtig reichen Adligen aus Devonshire. Offenbar hat ihn der schwarze Geisterhund geholt, der nach einer alten Legende die Familie heimsucht, nachdem ein böser Urahn einst eine holde Maid zu Tode brachte. Bedroht sei nun auch Baskervilles Erbe, Sir Henry (Max Haupt), der ein großes Vermögen in Aussicht hat, berichtet ihnen Dr. Mortimer (Karl-Heinz Barthelmeus).

Ein großer Fall also für den Meisterdetektiv Holmes und seinen ebenso genialen Gefährten Dr. Watson. Der wird zum Hauptakteur und soll Sir Henry nach Devonshire begleiten, dort über sein Leben wachen und vor allem für Holmes recherchieren. Um dem Spuk in Baskervill Hall und den Sümpfen von Dartmoor aufzuklären, schlüpft Watson für seine kriminalanalytischen Ermittlungen auch schon mal in die eiserne Ritterrüstung, aus der er sich nur noch mit Mühe befreien kann. Er weiß bald, Baskerville Hall ist ein verwunschener Ort, gar nicht weit entfernt steht das berüchtigte Zuchthaus Dartmoor. Gerade ist dort der verrückte Serienmörder Seldon ausgebrochen. Watson überrascht das Dienerpaar Mr. Barrymore (Wolfram von Stauffenberg) und Mrs. Barrymore (Gundula Piepenring), das in der Nacht heimliche Signale ins Moor schickt. Und er schließt Bekanntschaft mit dem Naturforscher Mr. Stapleton (Thomas Linke) und seiner schwermütigen Schwester Beryl (Katharina Lucka) bevor er außerdem entdeckt, dass der Brief einer unbekannten Frau Sir Charles ins Moor gelockt hat.

 

Immer verworrener wird die Kette der Entdeckungen und Verwirrungen und Watson meldet alle Neuigkeiten nach London, doch Sherlock Holmes ist längst in der Nähe und verblüfft in gewohnter Weise mit detailgenauen Recherchen und nüchterner Schlussfolgerung. Eine düstere Stimmung, laute Pistolenschüsse und ein furchteinflößendes Bellen der Bestie lassen schlimmes ahnen, doch längst sind Sherlock Holmes und Dr. Watson dem Mörder auf der Spur. Holmes findet heraus, dass der besagte Sträfling der Bestie versehentlich zum Opfer fiel, weil er Sir Henrys Kleidung trug. Schließlich berichten Holmes und Watson Sir Henry von ihren Verdacht, reisen zum Schein ab und überführen am Schluss den Täter, der in Wirklichkeit kein Naturfreund, sondern ein echter Baskerville und habgieriger Erbe war.  Steffen Adler