Dicke Luft um Oelsnitzer Firma Optiplan

Die Geruchsbelästigung an der Alten Reichenbacher Straße in Oelsnitz "stinkt" den Anwohnern Sabine Gluck und Stadtrat Ulrich Lupart.

Oelsnitz - Ein unangenehmer, süßlicher ätzender Geruch, der das Atmen erschwert und zu Kopfschmerzen und Erbrechen führt, erschwere den Anwohnern das Leben, berichteten sie am Donnerstag bei einem Pressegespräch im Café Viereck. Als Verursacher benennen die beiden Oelsnitzer den Kunststoffproduzenten "Optiplan" im Industriegebiet Johannisberg. Lupart und Gluck übergeben einen Offenen Brief der Anwohner für eine Unterschriftensammlung, die im Wohngebiet kursiert. Das Schreiben ist an den Technischen Leiter der Firma adressiert - mit 68 Unterschriften.

"Seit mehreren Monaten beeinträchtigen immer wieder extreme Geruchsbelästigungen der Firma Optiplan die Lebensqualität und Gesundheit der Anwohner nachhaltig. Insbesondere in den Morgenstunden und am späten Nachmittag sind die höchsten Geruchsbelästigungen festzustellen", heißt es in dem Anschreiben. Bereits in der Zeit von OB Eva-Maria Möbius sei es zu Protesten auf dem Firmengelände gekommen. Der Neubau einer geräuschgedämmten Filteranlage habe jedoch nur Verbesserungen von kurzer Dauer gebracht.

Jetzt seien nicht nur in den Wintermonaten, sondern auch an den Wochenenden die Beeinträchtigungen so stark, das ein Aufenthalt im Freien zu Übelkeit und Kopfschmerzen führe. Fenster könnten nicht mehr geöffnet werden. Insbesondere wird das Wochenende vom 20./21. April als ein Höhepunkt bei der Belastung genannt. "Wir fordern sie auf, diese Menschen und Umwelt absolut störende und schädigende Wirkung des Unternehmens sofort abzustellen", schließt der Offene Brief.

Im Gespräch äußern die Anwohner, dass die Geruchsbelästigung von Styrol ausgeht, einer Kohlewasserstoff-Verbindung, die zur Produktion von Kunstfaserplatten eingesetzt wird. Kurzzeitig habe sich die Geruchsbelästigung in den vergangenen Jahren gebessert, nachdem für die zweite Produktionsstrecke eine Nachverbrennungsanlage angebaut worden sei. Betroffen von den Emissionen seien auch die Wohngebiete Voigtsberg und Untermarxgrün.

Optiplan-Geschäftsführerin Alexandra Semrau - in einer E-Mail mit den Vorwürfen konfrontiert - zeigt keine Neigung, sich mit der Kritik der Bürger sachlich auseinanderzusetzen. "Unserem Unternehmen liegen keine Beschwerden über Geruchsbelästigung seitens der Bürger der Stadt Oelsnitz vor. Nach Rückfragen bei der Stadt Oelsnitz liegen auch dort keine derartigen Beschwerden vor", teilt sie mit.

Optiplan wurde 1956 in Weiden in der Oberpfalz als Deutsche Tafelglas AG gegründet. Mit der Produktion von glasfaserverstärkten Polyesterplatten zog das Unternehmen nach der Wende ins Oelsnitzer Industriegebiet. Diese Niederlassung ist seit 2007 einziger Firmenstandort. Damals bescheinigte OB Möbius der Firma eine erfreuliche Entwicklung. Telefonisch gibt Frau Semrau Auskunft zu den Besitzverhältnissen. 100-prozentiger Gesellschafter sei die Senator-Gruppe. Jetzt beschäftigt das Unternehmen 80 Mitarbeiter.

In der Stadtratssitzung vom 13. März befreiten die Volksvertreter Optiplan - wie 2007 - von den Festsetzungen des Bebauungsplans, diesmal hinsichtlich der Baugrenzen für die Errichtung einer Lagerhalle. Zum 1. Spatenstich am 8.Mai will Ulrich Lupart die Unterschriftensammlung an das Unternehmen überreichen. Anschreiben und Listen sollen auch an die Stadt und das Landratsamt gehen. R.W.