Der "Mann des Friedens" wird 65 Jahre

Am Sonntag feierte Plauens Baubürgermeister Manfred Eberwein seinen 65. Geburtstag. Und nicht nur der Rathauselektriker gratulierte ihm ganz herzlich.

Plauen - Zu einem Rekord verhalfen Manfred Eberwein bereits seine Eltern - von Ende der 30er Jahre bis Mitte der 50er gehörte der Name Manfred ununterbrochen zu den Top Ten der häufigsten Jungennamne in Deutschland. Seinen Ursprung hat er aus dem Alemannischen: "Man" und "Fridu", also Manfred, heißt so viel wie "Mann des Friedens". Nomen est omen, ließe sich sagen, wenngleich dies in seinem Job als Baubürgermeister Plauens nicht immer leicht zu bewerkstelligen scheint. Und auch Bürgern, die ihn noch nicht an seinem Arbeitsplatz weit oben im Rathaus besuchten, dürfte er bestens bekannt sein.

Denn für zahllose sanierte Plauener Straßen hat er das obligatorische Band zerschnitten - und irgendwie hat man das Gefühl, dass er dies meist in der kühleren Jahreszeit tat, weil man sich an seine Baskenmütze und den roten Schal erinnert. "Die Unterlagen gingen Ihnen form- und fristgerecht zu... für die Unterzeichnung des Protokolls schlage ich..... vor. Gibt es Einwände? Dann soll es so sein." Kein Ausschuss unter seiner Leitung, der mit dieser etwas trockenen Einleitung beginnt, was wiederum nicht heißt, dass die Sitzungen dann nicht humorvoller werden könnten. Eberwein ist ein Mann der offenen Worte, diplomatisches Herumgerede ist seine Sache nicht. Menschen mit dieser positiven Eigenschaft bleibt es zuweilen nicht erspart, in das eine oder andere Fettnäpfchen zu treten, aus dem sie mit der gleichen offenen Art aber meist schnell wieder rausfinden. Wir hörten uns mal um, was seinen Mit- und zuweilen auch Gegenspielern (in der Sache) der einzelnen Stadtratsfraktionen zu dem Mann einfällt, der theoretisch ins Rentnerdasein wechselt.

"Wir wünschen Manfred Eberwein zum Geburtstag alles Gute. Mit 65 hat er das Recht, in den Ruhestand zu gehen. Er hat in seinem Leben schon Vieles erfolgreich angepackt und für seinen Chef auch so manche Schelte einstecken müssen. Persönlich wünsche ich ihm alles Gute, auch, um sich auf den Ruhestand vorzubereiten- übrigens sind wir ja das gleiche Geburtsjahr." Hansjoachim Weiß, CDU-Fraktionsvorsitzender

"Kleine Scherzfrage: Was ist das? Ein alkohoilisches Getränk eines männlichen Borstentiers im Plauener Rathaus? Es sei ihm zum 65. ein Schluck genehmigt. Gut zehn Jahre als Baubürgermeister in Plauen - in einer Zeit schwieriger Stadtentwicklung, großer Bauvorhaben bei Brücken, Straßen und dem Stadtumbau, als Abrissbagger tausende Wohnungen in Wiesenflächen verwandelten. Das hat Manfred Eberwein extrem gefordert, auch der Gegenwind aus mancher Ecke, wenn gut Gewolltes ihm den Ruf des "Poller-Manfreds" eintrug und er bei Ratsentscheidungen den Prellbock spielen musste. Auf der Plauener Hütte in den Alpen schienen ihm vor den Bergriesen unsere Probleme kleiner als vor Ort. Aber er hat sich ihnen gestellt. Unsere Fraktion gratuliert Manfred Eberwein sehr herzlich zum 65. und wünscht ihm Gesundheit, Stehvermögen, sowie eine glückliche Hand bei Entscheidungen für unsere Stadt Plauen. Claudia Hänsel Fraktionsvorsitzende der Linken

"Ich kenne Manfred Eberwein seit mehr als elf Jahren. Er wurde im Frühsommer 2001 vom Plauener Stadtrat erstmals mit knapper Mehrheit zum Bürgermeister gewählt. Dies geschah zu einer Zeit, da Gerhard Schröder bereits runde drei Jahre die Bundesrepublik als Kanzler regierte. Ich bekenne frank und frei, dass ich mit dem, was Eberwein tat, meist besser leben konnte, als mit dem Tun seines wesentlich prominenteren Parteifreundes. Der Mann aus Sömmerda ist selbst in seinen Fehlern und Schwächen stets Mensch geblieben. Eberwein ist SPD-Mitglied, vor allem seine Partei hatte ihm seinerzeit in Plauen den Weg ins Amt geebnet. Aber er ist ebenso, ganz richtigerweise, kein Politiker, sondern ein Verwaltungsmensch. Für die Zukunft wünsche ich ihm noch eine gute Zeit im Rathaus, weil ich gemeinsam mit ihm mindestens noch zwei Vorhaben realisieren möchte: Die Umstellung der Plauener Parkuhren auf einen deutlich niedrigeren Tarif und ein tragfähiges Konzept für die wesentlich bessere Erreich- und Durchfahrbarkeit der Plauener Innenstadt. Und zum guten Schluss: Er muss ganz einfach noch möglichst lange im Amt bleiben, denn wer sollte sonst alljährlich am Aschermittwoch die Rathausschlüssel aus den Händen der Plauener Narren zurücknehmen?! Sven Gerbeth FDP-Fraktionschef

"Um seinen schwierigen Job beneidet Bürgermeister Eberwein sicher niemand. Ein Jahrzehnt beim ?zänkischen Bergvolk? verbracht zu haben, ist schon mal eine Leistung. Ihm ist zu wünschen, dass er in seinen letzten Berufsjahren noch einmal gestalterische Kraft entwickelt, um die Stadt voran zu bringen. Und dass er Bäume nicht als Behinderung des Baugeschehens begreift, sondern als Bereicherung. Auch verbeamtete Politik ist die Kunst des Machbaren, braucht Kreativität und Willensstärke gleichermaßen. Dieter Rappenhöner Fraktionsvorsitzender Bündnisgrüne

"Aus dem thüringischen Sömmerda ist Manfred Eberwein nach Plauen gekommen und hat als Baubürgermeister viel Positives für unsere Stadt bewegen können. Dabei ging er die Herausforderungen des Stadtumbaus genauso an, wie manch einen öffentlichen Konflikt, bei dem seine Person am Ende nicht immer als Gewinner da stehen konnte. Manfred Eberwein geht es nicht um seine Person, es geht ihm stets um die Sache. Als Gründungsmitglied der SPD in Sömmerda hat er seine politischen Wurzeln nie verleugnet und stellt den Mensch in den Mittelpunkt seines Handelns." Benjamin Zabel Vorsitzender der SPD Plauens

Der Vogtland-Anzeiger schließt sich den guten Wünschen für Manfred Eberwein an und wünscht ihm, dass von allem das Doppelte eintreten möge, was er sich selbst wünscht. va