Der Klang des Drachentöters

Die St. Georgskirche in Schöneck braucht Glocken - und sie bekommt welche. Ein Vogtländer und eine Heldengestalt sorgen für die Gestaltung.

Von Uwe Faerber

Schöneck/Rößnitz - Metallgestalter Peter Luban hat die Entwürfe für das Geläut in der Schönecker Kirchgemeinde vorgestellt - mit Zeichnungen und Tonmodellen: Auf der größten Glocke, der 1,27 Meter hohen Hoffnungsglocke, ist der Drachentöter Georg zu sehen, eine Heldengestalt, die einen mythischen Drachen besiegt. "Sie steht für großen Mut und die Überwindung des Bösen", erklärt Luban, der große Erfahrungen hat, Glocken zu gestalten: Das Schönecker Geläut sind seine Glocken 35 bis 37.
Während auf der einen Seite der Hoffnungsglocke der Drachentöter und Namenspatron der Kirche agiert, ist auf der Rückseite Typisches aus Schöneck dargestellt: Kirche, Hoher Söll (ein charakteristischer Felsen mitten in der Stadt) und das Rathaus. Laut Luban, der im Rosenbacher Ortsteil Rößnitz bei Plauen wohnt, soll die Darstellung auf den Glocken immer auch einen Bezug zur Gegenwart herstellen.
Die zweite Glocke, die Friedensglocke, gestaltet Luban mit Lichtstrahlen, die eine Brücke in die Zukunft bauen. Zudem verarbeitet er nach eigenen Angaben die Tatsache, dass Schöneck in früheren Zeiten eine Wegkreuzung alter Handelswege war. "Für die kleine Glocke, die Taufglocke, habe ich als Motiv die aufgehende Sonne gewählt und das leere Grab Christi als Symbol der Auferstehung."
Die Schönecker Kirche gehört zu den Abertausenden Gotteshäusern in Deutschland und (Ost)Europa, die Kriegsopfer sind - ohne durch Bomben zerstört worden zu sein: Der Kaiser und Hitler hatten Zehntausende Bronzeglocken abhängen und einschmelzen lassen, um Krieg zu führen: Das Material ist bestens geeignet, um zum Beispiel Geschosshülsen zu produzieren.
Als Ersatz wurden Eisenglocken in die Kirchen gehängt - nur 100 Jahre haltbar und ob ihrer neuen, steifen Befestigung heute verantwortlich für immense Bauschäden.
So haben auch die Eisenglocken in Schöneck das Ende ihrer Lebensdauer erreicht. "Die neuen Bronzeglocken werden am 10. Mai in Innsbruck gegossen", sagt Gestalter Luban. Er vermutet, dass sie im Spätsommer/Herbst in die Schönecker Kirche gehängt werden.