"Der Gonz" lockt ins Forum K

Raum, Form und Farbe in verschiedenen Anteilen, kombiniert mit gutem Timing, ist die Grundlage auf der Chris Gonz arbeitet. Der Plauener Fotograf mit internationalem Bekanntheitsgrad eröffnete im neuen Domizil der Galerie Forum K an der Neundorfer Straße am Freitag seine Ausstellung "Off The Beaten Track" und zeigt dort zahlreiche Bilder von Künstlern aus der Film-, Fernseh- und Musikwelt.

Von Stephanie Rössel

Plauen Sänger grinsen von der Wand, Models lächeln lasziv, Schauspieler strahlen mit offenem Blick. Schwarz-weiß und kontrastreich sind die Fotos, die meist ganz aktuell, nicht älter jedoch als drei bis vier Jahre sind.
Rufe ihn ein Künstler an und erteile den Auftrag, dann beginne die Findungsphase fürs Konzept. Welche Location, welchen Ausdruck, welche Farbigkeit das Shooting haben wird, schreibe er nieder. "Alle Fotos sind so, wie ich die jeweiligen Personen sehe", sagt "der Gonz", wie er meist genannt wird.
Kamera in der Zuckertüte
Stundenlang war er am Donnerstag damit beschäftigt, alle Rahmen in Szene zu setzen. Er überlässt nichts dem Zufall, obwohl sein Plan dieses Mal nicht aufging. "Ich hatte schon festgelegt wie ich alles platziere, doch plötzlich waren es viel mehr Fotos als ich eigentlich hängen wollte", erzählt er, während er einen Nagel nach dem anderen in die Wand schlug.
Zur Vernissage am Freitag war natürlich alles fertig und eindrucksvoll auf vier Wände verteilt. Vielleicht müsste man auch Gonz' Vater danken, der seinem Sohn eine Kamera in die Zuckertüte packte und ihm damit als Musiklehrer nicht nur musikalisches Talent in die Wiege legte, sondern ihm den Weg zu Aufträgen in die ganze Welt ebnete.
Antonio Lucaciu - langjähriger Freund von Gonz - leitete die Ausstellung musikalisch ein und David Erdmann hielt die Laudatio, in der das eine oder andere Detail über den Künstler hinter der Kamera zutage kam.
Neuer Forum K-Vorstand
Die Ausstellung, die in dieser Form noch nie gezeigt wurde und für Chris Gonz selbst etwas Besonders ist, bildete auch für Renè Seifert, Steffen Hennersdorf und Veit Larsisch den Startschuss für etwas Neues. Die drei Männer bilden den Vorstand des Vereins Forum Kunst Plauen und haben mit viel Kraft und Dank der Hilfe vieler anderer Plauener am Freitag die Türen des neuen Forum K an der Neundorfer Straße endlich wieder öffnen können. Durch Spenden und freiwillige Helfer war es möglich, die Galerie, deren Existenz vor einem Jahr massiv ins Wanken geraten war, wieder auf feste Beine zu stellen. er Auszug der Galerie aus den Räumen an der Bahnhofstraße, die lange mit dem viel zu früh verstorbenen Galeristen Andy Darby verbunden waren, und der Lockdown im Frühjahr dieses Jahres, wirkten scheinbar unüberwindbar. Doch mit Geduld, den richtigen Kontakten und viel Energie hat Plauen nun wieder etwas zu bieten, was eine Menge Potential in sich birgt.
Ausstellungsplan steht
Der Dachverband Stadtmarketing übergab einen Scheck in Höhe von 400 Euro aus der Aktion "Plauen bewegt erleben", denn die Idee dazu entstand vor ein paar Jahren im damaligen Forum K. Auch Sozialbürgermeister Steffen Zenner war begeistert und versprach Unterstützung. Die Räume in der ehemaligen Likörfabrik haben einen ganz besonderen Stil, der gerade jetzt im Trend liegt, der sich Industrial nennt. "Irgendwo zwischen 70er Jahre und Schlachthaus", äußerten einige Gäste und meinten dies durchaus liebevoll. Dabei hat das Haus eine wirklich interessante Geschichte. Lucia Lefebvre, selbst früher Galeristin in der Stadt und nun in Frankreich lebend, verwaltet das Gebäude aus dem Familienbesitz für ihren Sohn Tobias Schmitt, der in Berlin lebt. Einige seiner Jugendfreunde sind aktiv an dem Projekt beteiligt. Ziel ist, die Adresse zu einem kreativen Zentrums Plauen zu entwickeln. Bis ins Frühjahr steht ein Ausstellungsplan, außerdem sind weitere kleine Aktionen geplant.