Der Flut keine Chance mehr

Wasser soll nie wieder über die Ufer der Göltzsch in Rodewisch treten: 8,6 Millionen Euro Fördergeld hat die Stadt seit 2014 für den Hochwasserschutz verbaut. Gestern haben Planer, Anwohner, Bauarbeiter und Stadt das Ende der letzten Baustelle gefeiert.

Von Cornelia Henze

Rodewisch - Die Anwohner atmen auf. Vorbei der Baulärm. Vorbei der Schlamm, der an Autoreifen und Schuhe spritzte. Vorbei die Zeit, in der selbst Anwohner ihre Grundstücke fast nicht per Auto erreichen konnten. "Das waren schwere Jahre", resümiert Bäckermeister Michael Seidel, der gleich darauf ein dickes Lob für die prima Bauarbeiter übrig hat. Zügig sei gebaut wurden, gut sei man miteinander ausgekommen. Und dass die Arbeiter von der Arbeitsgemeinschaft VSTR Rodewisch und HTR Reichenbach gerade dann lärmten, wenn der Bäckermeister sich zu Bett begab - nämlich am Vormittag - na, das war halt so. Mit duftendem Holzofenbrot, auf das der Bäckermeister Speckfett gestrichen hatte, bedankte er sich bei den Protagonisten: Den beiden Baufirmen mit ihren Arbeitern, den Spezialisten von der Landestalsperrenverwaltung, Architekt und Planer, Landrat, Bürgermeisterin Kerstin Schöniger - und vor allem bei der Feuerwehr.
Letzteren Kameraden um Wehrleiter Christian Wetzig gebührt ein Sonder-Dank, waren sie es doch vor allem, die mit anderen Hilfskräften beim Hochwasser 2013 im Dauereinsatz waren. Viele der Anwohner der Uferstraße haben die Bilder noch im Kopf, als die Göltzsch über die Ufer trat, Grundstücke, Gehwege und Straßen überschwemmte. Gleiches galt für die Anrainer am Wernesbach. Es war ihr erstes Amtsjahr als Bürgermeisterin, erinnert sich Kerstin Schöniger - ebenfalls im ersten Jahr hatte sich Christian Wetzig als Wehrleiter zu bewähren. 
Zwölf Baustellen hatten Bund und Freistaat zu 100 Prozent nach der Flut gefördert: Aus ursprünglich 6 Millionen wurden 8,6 Millionen Euro. Die erste begann vor sechs Jahren. Die größte Baustelle hat nun nahe der Bäckerei Seidel an der Uferstraße, parallel zur Bundesstraße, ihr Ende genommen. 4,3 Millionen Euro hat sie verschlungen. Davon hat die Landestalsperrenverwaltung 700 000 Euro für die Instandsetzung der Sohle (Bachbett) auf 200 Metern verbaut. Neu gebaut wurde die Fußgängerbrücke, ebenso Teile der Straße. Das Flussbett wurde nach rechts, Richtung Uferstraße verschoben. Auf einen Gehweg hat man verzichtet.