Depots des Vogtlandmuseums bald vereint

Die Depots des Vogtlandmuseums platzen nicht nur aus allen Nähten, sie sind zudem über verschiedene Gebäude in der Stadt verteilt, die wiederum den erforderlichen Standards für die Aufbewahrung wertvoller Kunst- und Kulturgüter nicht entsprechen. Doch das soll sich ändern.

Plauen - Künftig sollen die Gebäude B und C der Seminarstraße 13/15 zum Kunst- und Sammlungsdepot des Vogtlandmuseums umgebaut werden. Dafür legte der erst seit einigen Monaten im Amt befindliche Museumsdirektor Dr. Martin Salesch den Stadträten ein schlüssiges Konzept vor, für das sich die Mehrheit schließlich auch "erwärmen" konnte.

Vor allem die finanzielle Seite des Umbaus überzeugte, denn bisherige Vorschläge - so Salesch - gingen stets in die Millionen. Andererseits brauche man ein zeitgemäßes Depot. Der Ist-Zustand: Die Nutzung eines Teils der Museumsgebäude in der Nobelstraße geht zulasten der Ausstellungsfläche. Zwar genügen sie eher schlecht als recht den brandschutztechnischen und sonstigen Anforderungen, doch auch hier steht ein Großteil der Exponate ungeschützt, sind die Zugänge zu den Objekten oft "verstopft".

Weder gesichert noch klimatisiert ist die Depotfläche in der Alten Feuerwache. Einige Fußböden sind derart marode, dass ein Betreten nicht mehr möglich ist - die Lagerung wertvoller Exponate verbietet sich von selbst. Das einstige Schulgebäude in der Stresemannstraße verfügt zwar über eine Alarmanlage an den Türen, eine Meldung etwaiger Feueroder Wasserschäden dagegen ist Fehlanzeige. Ein Teil der hier eingelagerten Möbel ist bereits in Mitleidenschaft gezogen. Die Räume im Rathauskeller wiederum, in dem die geologische Sammlung eingelagert ist, sind feucht.

Könnten besagte Gebäude B und C in der Seminarstraße als Depot genutzt werden, könnten alle derzeit genutzten Räumlichkeiten aufgelöst werden. Wenn beide Gebäude - wie von Landrat Rolf Keil avisiert - Mitte dieses bzw. Ende nächsten Jahres an die Stadt zurückgegeben werden, könnte Gebäude B bereits ab Mitte 2018 genutzt werden. Notwendig sind lediglich der Einbau einer Einbruch- und Brandmeldeanlage sowie die Verdunkelung der Fenster.

Salesch ergänzte, dass man ein neues Sammlungskonzept erstellen werde mit Aussagen, was erweitert, aber auch was aufgrund von Doppelungen abgegeben werden könne. Bürgermeister Steffen Zenner machte darauf aufmerksam, dass sich ein Museumsdepot und die in Gebäude A untergebrachte Grundschule in denkbar bester Weise ergänzen würden.

Mit dem Umbau besagter Gebäude beliefe sich die Depotfläche auf rund 1.700 Quadratmeter, die Gesamtkosten auf etwa 815.000 Euro. Die Entfernung zum Vogtlandmuseum beträgt lediglich 500 Meter. Noch ungeklärt sei, so der Museums-Chef, ob durch die Umnutzung der Gebäude Fördermittel zurückgezahlt werden müssten. Doch selbst in diesem Fall stelle der Umbau immer noch die derzeit kostengünstigste Variante dar.