Denni Müller: "Gabriel hat Versprechen nicht eingehalten"

Der Plauener Denni Müller hatte für seinen provokanten Auftritt zur Wahlveranstaltung von SPD-Chef Sigmar Gabriel eine Einladung des Politikers erhalten. Doch aus dem versprochenen Treffen ist nichts geworden.

Plauen - Denni Müller fühlt sich in seiner Einschätzung zu Politikern, dass sie "vor der Wahl viel versprechen und nichts einhalten", durch Gabriels Haltung bestätigt. Der SPD-Chef hatte am 13. September bei einer Bundestags-Wahlkampfveranstaltung in Plauen auf den Einwurf des jungen Mannes, Politiker würden nur die Beine hochlegen und sich nicht um die Belange der Menschen kümmern, mit einer Einladung zu einem gemeinsamen Arbeitstag in Berlin reagiert. Gabriels Mitarbeiterin Pamela Prenner hatte sich noch Müllers Adresse aufgeschrieben.

Doch passiert ist nichts. "Ich habe es zwar nicht anders erwartet, bin aber dennoch enttäuscht, dass es keinerlei Reaktion aus Berlin gab", sagte der 32-Jährige. "Immerhin schärfe ich schon meinen zwei Kindern ein, nichts zu versprechen, was man nicht einhalten kann. Aber Politiker versprechen gerade vor Wahlen viel, aber halten es nicht. Und wenn einer wie Gabriel schon so eine Einladung zu einem Treffen nicht ernst nimmt, was soll ich ihm dann von anderen Versprechen glauben", sagt der Plauener.

Er hätte gerne die Einladung angenommen, "weil es mir auch wichtig ist, mal in einem persönlichen Gespräch zu schildern, wie es wirklich aussieht im Land. Und auch wie man sich fühlt, wenn man arbeiten will und nichts bekommt", sagt Müller. "Vier Jahre war ich bei der Bundeswehr und auch beim Auslandseinsatz in Afghanistan. Dann wurde ich ausgemustert. Zwei Jahre habe ich ehrenamtlich beim DRK gearbeitet, aber auch das half mir nicht zu einem neuen Job", fügt er hinzu.

Erst habe er das erste Mal nicht zur Wahl gehen wollen, "aber dann bin ich doch gegangen. Aber meine 1. und 2. Stimme gab es nicht für die SPD", so der Plauener. Er hätte auch gerne Gabriel einen Tag begleitet, "um mir selbst ein Urteil zu bilden, ob alles so ist wie die Politiker erzählen", erklärt Müller. Ob er das noch nachholen würde, wenn jetzt noch ein Anruf aus Gabriels Büro käme? "Naja, ich würde schon fragen, warum erst jetzt, denn ich wollte ja das treffen vor der Bundestagswahl. Deshalb hatte ich auch bei Frau Prenner angerufen, aber weder am Handy noch auf der Festnetznummer, die auf der von ihr überreichten Visitenkarte ist jemand rangegangen", erzählt Müller.

Auch wir wollten uns in Berlin erkundigen, ob es mit der Einladung geklappt hat. Per automatischer Mail teilte Pamela Prenner mit, dass sie bis 31. Oktober Urlaub habe und anschließend das Team Zentraler Rednereinsatz verlässt. Antwort könne Herr Henning geben. Eine Mail an ihn beantwortete Julia Dammenhayn am 17. Oktober: "Herr Henning ist zur Zeit im Urlaub und beantwortet ihre Frage zu einem späteren Zeitpunkt.". Der scheint bis heute noch nicht gekommen.