Den Moosmaa abgesägt

Thomas Hergert traute seinen Augen nicht, als er am Sonntag, 11 Uhr, an seine Gaststätte "dr Moosmaa" an der Wochenendsiedlung Neudörfel kam: Der über 200 Kilo schwere hölzerne Moosmaa lag im Schnee.

Von Gabi Kertscher

Pöhl/Neudörfel - Hergert hat 500 Euro Belohnung ausgesetzt, um den Täter zu finden. Nach seinen Angaben waren die Finger der linken Hand des Mossmaas ebenfalls abgesägt, um den Stock zu entfernen. Unterhalb des Stricks um den Bauch klafft der tiefe Schnitt einer Kettensäge. Die Überdachung ebenfalls abgesägt und zerstört.
Vor wenigen Wochen hatte der Gastronom an der Talsperre Pöhl seine Gaststätte für immer geschlossen. Er wolle kochen und nicht unendlich viel Büroarbeiten machen müssen, hatte er Ende November dem Vogtland-Anzeiger erzählt.
Das Inventar wird derzeit über Ebay verkauft. So stand auch die Kultfigur zum Verkauf. "Ich habe acht Angebote bekommen", erzählte Hergert. Sogar aus Köln gab es einen Anruf. Die meisten kamen aus der Umgebung und dem Erzgebirge. Aber er habe sich nicht so recht entscheiden können. "Der Moosmaa sollte schon in der Region bleiben", erklärt Hergert gegenüber unserer Zeitung.
Vor über vier Jahren hatte er ihn einem Privatbesitzer abgekauft. Sechs kräftige Männer waren damals nötig, um die Figur auf ihr Podest zu heben. Er bestehe aus einem Baumstamm, sei aber zusammengefügt und verdeckt verschraubt. Der Schnitzzirkel Beerheide hatte das Einzelstück angefertigt. "Es gibt in dieser Größe von zwei Metern nur den einen", weiß Thomas Hergert zu berichten. Er selbst schlüpft ab und zu in das Kostüm des vogtländischen Originals und fühlt sich seinen stummen Freund sehr verbunden. Es sei ein Sachschaden von 1400 Euro entstanden, aber der ideelle Wert liege viel höher. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.
Thomas Hergert stellt öffentlich über verschiedene Medien die Frage: "Wer kann Angaben machen und wer hat ein Fahrzeug in der Zeit von Samstag, 18.30 Uhr, bis Sonntag, 11 Uhr, auf der Straße zur Wochenendsiedlung gesehen?" n dieser kurzen Spanne waren die Vandalen am Werk. Hergert hat 500 Euro Belohnung für den entscheidenden Hinweis zum Ergreifen der Täter ausgeschrieben. "Es ist verrückt. Am Samstag hatten wir uns entschlossen, den Moosmaa nun doch nicht zu verkaufen. Er soll auf unser Privatgrundstück", erklärte der Besitzer.
Er will nach eigenen Worten versuchen, ihn wieder zu reparieren und dann bekommt der stumme Zeuge einen Ehrenplatz auf Hergerts Grundstück in Jocketa.