Den Kröten über den Weg helfen

Seit einigen Jahren sind um diese Jahreszeit entlang von Straßen kleine grüne Absperrungen zu sehen. Hinter ihnen verbergen sich in Abständen eingegrabene Eimer. Fünf dieser Krötenzäune werden von den Mitarbeitern des vogtländische Umwelt- und Naturschutzzentrums Pfaffengut auf- und abgebaut.

Plauen Die Betreuung der Schutzanlagen im Pfaffengut, im Stadtpark, am Gondel-, Schilf- und Eichelteich übernehmen über mehrere Wochen ehrenamtliche Helfer. Zweimal täglich werden von ihnen die Fangeimer kontrolliert, die Tiere entnommen und zu ihrem Laichplatz gebracht.
"Wir müssen ihnen dankbar sein. Ohne sie wäre das Projekt gar nicht möglich", kommentiert Beate Groh deren Arbeit. Die Leiterin des Zentrums berichtet, dass jährlich durchschnittlich 2500 Tiere auf ihrem Weg gerettet werden. Meist handelt es sich um starkbefahrene Straßen und die Tiere wandern frühmorgens los - meist dann, wenn die morgendliche Rush Hour in vollem Gange ist. Das betrifft nicht nur Kröten. Von den Helfern des Pfaffenguts werden die unterschiedlichsten Arten aus den Eimern geholt. Neben den bekannten Erdkröten sind vor allem am Schilfteich Grasfrösche oder Knoblauchkröten dabei. Teichmolche und die streng geschützten Kamm- und Bergmolche befinden sich gelegentlich ebenfalls in den Eimern. Die Rückwanderung der Jung- und Alttiere sei nicht so problematisch. Diese gehen im Sommer in der Kühle der Nacht auf Wanderschaft, bewegen sich schneller und über einen größeren Zeitraum.
Trotz des hohen zeitlichen und personellen Aufwands lohne sich der Schutzzaun. Neben der Schutzwirkung für Tier und Mensch, vor allem Zweiradfahrer, sind die Projekte meist in kurzer Zeit realisierbar. Die Zustimmung geben die Stadt Plauen und die Untere Naturschutzbehörde.
Die wandernden Amphibien werden zunächst gezählt und dann nach Art, Anzahl und Wanderschwerpunkt erfasst. Gabi Kertscher