Den Erfolg macht das Team

Am Ende dieser Spielzeit beendet Generalintendant Roland May seine dreizehnjährige Leitungstätigkeit am Theater Plauen-Zwickau. Aus diesem Grund erscheint im Verlag Theater der Zeit eine Publikation, die am Samstag im Vogtlandtheater der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Von Lutz Behrens

Plauen Spielzeithefte dokumentieren gebündelte Theatergeschichte. Sie sind die materialisierten Intentionen eines Theaters, insbesondere offenbaren sie die (möglichst) unverwechselbare Handschrift eines Intendanten. Der Stapel, den Roland May für das Theater Plauen-Zwickau zu verantworten hat, ist, aufeinandergestapelt, gut zehn Zentimeter hoch.
Von seinem Anfang mit der Spielzeit 2009/2010 (Motto: "anders leben") bis zur aktuellen, seiner letzten, mit dem Motto: "Wiedersehen", und allein eine Betrachtung dieser gründlich überlegten, lange erwogenen und den Zeitgeist treffenden Begriffe, mit denen jeweils ein Jahr Theater auf den Punkt gebracht wurde, wäre einer Betrachtung wert. Zumindest erwähnt sein soll hier, dass der Generalintendant sich seinem Publikum gleich vorn im Heft stets mit einem Beitrag direkt zuwandte. Bis zur alles verändernden Spielzeit 2020/21.
Seitdem spricht im Heft die Theaterleitung, und auch das Porträtfoto des Intendanten ist nun Teil eines Fotoensembles, das die gesamte Führungsmannschaft des Theaters zeigt. Wer nun wissen wollte, was in dem Stapel von 13 Spielzeitprogrammen an Angeboten aller Sparten aufgelistet wurde, der muss sich das nicht mehr mühsam zusammenklauben. Gibt es doch die Möglichkeit, dies in einem Buch komprimiert nachzulesen: "Theater Plauen-Zwickau 2009 - 2022 Intendanz Roland May". Erschienen im Verlag Theater der Zeit, herausgegeben vom Theater Plauen-Zwickau und vorgestellt am Samstag im Löwel-Foyer des Plauener Vogtlandtheaters. Das Buch von 120 Seiten (für zehn Euro zu haben; ISBN 978-3-95749-368-2) enthält neben obligatorischen Grußworten Beiträge über das Musiktheater, das Orchester, das Ballett, das Schauspiel und das (inzwischen ausgegliederte) Puppentheater vor allem ein längeres Gespräch, das Roland May mit Dominik Wilson geführt hat. Und, wie gesagt, eine Aufstellung aller Inszenierungen am Theater Plauen-Zwickau der dreizehn Jahre Intendanz Roland May. Vom fulminanten Auftakt 2009 mit Dantons Tod von Georg Büchner, der Rossini-Oper Wilhelm Tell und dem Tanzstück Das Haus. Ein Wändestück über die von May inszenierte Oper Tosca bis zum Zerbrochenen Krug (Premiere am 23. September auf der Kleinen Bühne) und der Wagner-Oper Lohengrin, auch in der Regie von Roland May am Ende dieser Spielzeit. Was ist die Quintessenz des Buches und dem Intendanten Roland May am Ende seines offiziellen Berufslebens wichtig und mitteilungswert? Neben vielem, was sich lohnt, nachgelesen zu werden, sei es vor allem die von ihm beschworene Kraft aller Beteiligten: "Den Erfolg macht die Mannschaft", heißt es an einer Stelle. Das schließt seine Geschäftsführer ein, die ihm "ohne Dünkel und Eitelkeit" zur Seite standen, und das meint alle Abteilungen des Theaters "vom künstlerischen bis zum handwerklichen und administrativen Bereich". Ihm war es wichtig, "ein Theater von der Probe und der Aufführung her zu denken" und es nicht nur, wie es leider der Trend sei, als Managementaufgabe zu sehen. Sein Bekenntnis zum Theater lautet: "Es geht für mich in erster Linie darum, unterschiedliche Leute zusammenzubringen und sie miteinander produktiv werden zu lassen. Und es gehe natürlich um das Publikum. Für ihn ist Theater "aber auch Kontaktbörse, Laufsteg, Ballsaal, Ausstellungsraum, eben das künstlerische Zentrum einer Stadt". Doch "das Herz des Theaters schlägt am Abend in Scheinwerferlicht".