Demo an Reichenbacher Klinik

ReichenbachDie Beschäftigten der Paracelsus-Klinik in Reichenbach demonstrieren für mehr Lohn: Donnerstag, 17 Uhr, treffen sie sich vor ihrem Krankenhaus und ziehen zum Markt, wo eine Kundgebung stattfindet. Darüber informiert die Gewerkschaft ver.die, die 80 bis 100 Teilnehmer erwartet. In der ver.di-Pressemitteilung heißt es weiter:

Im November waren die Tarifverhandlungen der Paracelsus-Kliniken für rund 4800 Beschäftigte an 37 Standorten in Deutschland ohne Ergebnis beendet worden. Die nächsten Verhandlungen finden am 18. und 19. Januar statt.

Der Nachholebedarf zu anderen Klinken wie Helios ist groß. Deshalb fordert ver.di eine Erhöhung von 125 Euro im Monat, einen Mindestlohn von 8,80 Euro pro Stunde und eine Anhebung der Nachtdienstzuschläge auf 20 Prozent des Stundenentgeltes. Die Arbeitgeberseite sieht das anders. Sie meint, eine Steigerung von 0,75 Prozent sei genug - das wären 15 Euro bei 2000 Euro Einkommen. Ein Ausgleich für entgangene Erhöhungen in 2010 und 2011 wurde abgelehnt - obwohl im Wirtschaftsplan Geld vorgesehen war. Das behält jetzt das Unternehmen, dessen Alleineigentümer Dr. Krukemeyer ist.

In Reichenbach gibt es eine besondere Situation, denn das Tarifniveau ist bedeutend niedriger als in den anderen sächsischen Paracelsus-AkutKliniken. Und noch schlimmer: Für neu eingestellte Kollegen gelten gar keine tariflichen Grundlagen. Sie liegen differenziert nach Berufserfahrung zwischen 14 Prozent und 30 Prozent unter dem Tarifniveau. Gewerkschaftssekretärin Simone Bovensiepen sagt: "Dieser Zustand darf nicht länger geduldet werden!"

Bereits am 2. November hatten die Reichenbacher Angestellten Druck gemacht - mit einer Aktiven Mittagspause: Jetzt sitze endlich eine Kollegin aus Reichenbach mit in der Tarifkommission.