Dem Zweckverband wird nicht heiß wegen Hitze

Und wenn es ganz dicke kommt? "Dann reicht das Wasser der vogtländischen Trinkwassertalsperren bis zu zweieinhalb Jahre, um das Vogtland zu versorgen", sagt Ronny Röder vom ZWAV.

Plauen - "Unsere Talsperren sind gut gefüllt. Sie sind zudem untereinander verbunden und dieses Verbundnetz gibt uns große Stabilität", erklärt Ronny Röder, der für Trinkwasser verantwortliche Abteilungsleiter im Zweckverband Wasser und Abwasser "Vogtland" (ZWAV).
Die oft vor langer Zeit gebauten Talsperren sind laut Röder ein Segen, auch weil sie wie im Falle der Talsperre Werda so angelegt sind, dass das Wasser ohne Pumpen Plauen erreicht. "Wir können uns für diese Weitsicht bei unseren Altvorderen nur bedanken."
Röder zufolge braucht das Vogtland täglich um die 30.000 Kubikmeter Trinkwasser: "Bis zu zwei Drittel davon liefern die Trinkwassertalsperren in Dröda, Muldenberg, Werda (alle Vogtland), Carlsfeld und Sosa (Erzgebirge). "Die fehlenden 35 bis 45 Prozent stellen die 39 Wasserwerke des Zweckverbandes bereit."
Der Klimawandel fange an, sich bemerkbar zu machen. Aber noch sei die Situation im Vogtland viel besser als in anderen Teilen Sachsens. Derzeit sei jedenfalls kein Trinkwassermangel in Sicht, auch nicht bei Insellagen ohne Reserveleitungen wie in Marieney, Geilsdorf, Posseck und Sachsgrün. "Es gibt keine Versorgungsbeschränkungen, aber achtsamer Umgang ist natürlich immer angeraten: Also nie den Gartenschlauch ungenutzt laufen lassen. "
Zuviel Wasserverbrauch ist schlecht - aber zu wenig auch: Hat Corona Einfluss auf den Verbrauch? Laut Röder haben die ZWAV-Verantwortlichen vermutet, dass weniger verbraucht würde. "Wir hatten Schlimmes befürchtet, weil es ja Einschränkungen bei der Industrieproduktion gab - aber das hat sich nicht bewahrheitet. Die Leute haben zu Hause mehr verbraucht, auch weil der April sehr trocken war genau wie der Juli und vermutlich der August."
2020 hatte so begonnen wie 2019: Weil kein Schnee gefallen war, trocknete der Boden immer weiter aus und der Grundleiterpegel sank. "Die nassen Monate Februar, März und Juni haben die Halbjahresbilanz dann aber gerettet."
In Sachen Trinkwassermenge könne man nicht von kurzfristigen Überlegungen ausgehen, erklärt Röder. "2018 haben unsere Wasserwerke in Reichenbach und dem oberen Vogtland weniger geliefert - im Gegensatz zu den im Plauener Raum. 2019 war es genau andersherum. Als Grund sehe ich geologische Besonderheiten."
Apropos: Untergrund. Wie der Chef von 65 Trinkwasser-Leuten des ZWAV sagt, führt extreme Hitze zu mehr Rohrbrüchen. "Manche sprechen scherzhaft von ,Sommerfrost‘. Der harte Boden, vor allem in der Nähe von Straßen, kann mehr Schwingungen übertragen, die negativ auf meist alte Gussrohre wirken." ufa