Debatte um Bau eines Discounters in Plauen

Plauen - Ein Investor möchte die der Fläche zwischen Weißer Elster und Mühlgraben zu neuem Leben erwecken. Doch seine Pläne stoßen zumindest teilweise auf wenig Gegenliebe.

 

Im Großen wie im Kleinen ist es oft günstig, einen Plan B zu haben der greift, wenn die ursprünglichen Absichten sich nicht verwirklichen lassen. Etwas anders verhält es sich mit dem Plan B der Stadtverwaltung, der am Montag von den Mitgliedern des Stadtbau- und Umweltausschusses den Stadträten zu deren Sitzung am 29. März zur Annahme empfohlen wurde. Es handelt sich um die Aufstellung eines Bebauungsplanes, von dem Bürgermeister Manfred Eberwein eingangs sagte, es sei ein Verhinderungsplan, der Fehlentwicklungen vermeiden solle.

 

Projektentwickler Jürgen Striffler plant, auf der 26 000 Quadratmeter großen Brachfläche mehrere Unternehmen anzusiedeln - neben einem neuen Dekra-Standort eine Burger-King-Filiale, einen Kfz-Großteile-Handel sowie einen Lebensmittel- und Getränkemarkt. Fehlten in der Aufzählung die letzten beiden, er wäre vermutlich hoch willkommen. Doch angesichts der Tatsache, dass Plauen bereits jetzt mit mehr als 200 000 Quadratmetern Verkaufsfläche mehr als das Dreifache ausweist, als eigentlich rentabel ist, haben die Stadträte so ihre Bauschmerzen. Und nur 17 Prozent dieser Gesamtverkaufsfläche befindet sich in der Innenstadt. Um dieser Entwicklung entgegen zu wirken, beschlossen sie 2007 das Einzelhandelskonzept. In dem ist exakt definiert, welche Sortimente in der Innenstadt geführt werden dürfen und welche in bestimmten Größenordnungen nicht neu hinzu kommen dürfen.

 

Eindeutig aufgelistet: Lebensmittelmärkte mit über 200 Quadratmetern Fläche. Mit besagtem Bebauungsplan wäre es möglich, die Investorenpläne quasi ein Jahr auf Eis zulegen. Dass sich der Plan B erstmals erforderlich machte, begründete Eberwein mit dem Umstand, dass man sich bisher mit allen potentiellen Investoren im Vorfeld über die im Einzelhandelskonzept enthaltenen Rahmenbedingungen verständigen konnte. "Wenn die Stadträte ihren selbst gefassten Beschlüssen treu bleiben, kann sich jeder vorstellen, wie das ausgeht", formulierte Eberwein und fügte an, dass es auch mit Striffler mehrere Gespräche gegeben habe. tp