Debakel des VFC Plauen hat gewaltiges Nachspiel

Plauen - Der Unmut von VFC-Fans nach dem wiederholt verkorksten Spiel ihrer Mannschaft hat am Mittwochabend zu Vorfällen geführt, für die sich gestern Bernd Stubenrauch als Aufsichtsratvorsitzender des Plauener Fußballclubs und Heiko Unger, Geschäftsführer der C.O.P.S. Sicherheitsdienst GmbH entschuldigten.

 

Was war passiert? Nach Abpfiff des mit 1:4 verlorenen Spiels gegen den 1. FC Magdeburg waren Fans mit harschen Worten gegen den Trainer und den Vorstand in Richtung VFC-Geschäftsstelle und VIP-Bereich, in dem gerade die Pressekonferenz stattfand, marschiert. Die vom VFC beauftragten Sicherheitsleute zogen daraufhin eine Kette, um die aufgebrachten Fußballanhänger zu stoppen.

 

Dabei soll es zunächst zu Beschimpfungen und Anfeindungen gegen die Sicherheitskräfte gekommen sein. Statt ruhig auf die Situation einzuwirken, hätten nach Aussage Ungers ein bis zwei seiner Mitarbeiter die Selbstkontrolle verloren und wären handgreiflich geworden. Unger, der noch in der Nacht die gemachten Videoaufzeichnungen auswertete, kündigte Konsequenzen gegenüber den betroffenen Mitarbeitern an. Dabei hatte er mit seinen Leuten den Einsatz der vor Ort befindlichen Polizei verhindern wollen. Deren Einsatzleiter Dieter Distler wiederum bescheinigte den VFC-Sicherheitsleuten, dass sie die Situation gut gemeistert haben. "Wir wären sofort in der Lage gewesen einzuschreiten, mussten dies aber nicht tun", sagte Distler.  

Fan-Beauftragter Steffen Knoll beurteilt die Situation so: "Die Sicherheitskräfte haben den aufgebrachten Fans den Zutritt in den Sicherheitsbereich verwehrt und damit weiteren Schaden vom Verein abgewandt. Immerhin waren dort auch Leute vom DFB, die schon mit Argusaugen auf den VFC schauen, nachdem hiesige Fans beim Spiel gegen Meuselwitz Gegenstände auf das Feld warfen, was zu einer Spielunterbrechung führte und den DFB-Kontrollausschuss auf den Plan rief. Festzustellen bleibt jedoch, dass Tätlichkeiten gegen die Fans vom VFC Plauen nicht zu tolerieren sind."

 

So sieht es auch Stubenrauch: "Es ist nie und nimmer zu rechtfertigen, dass es durch eigene Sicherheitskräfte zu tätlichen Angriffen auf die Zuschauer und dabei auch zu Verletzungen gekommen ist." Er kündigt eine Auswertung der Vorkommnisse und bei Erfordernis notwendige Konsequenzen an. VFC-Präsident Uwe Täschner, der am Mittwoch seinen 52. Geburtstag zu Hause feierte, konnte sich zu den Geschehnissen im Stadion nicht äußern.  Nach Insiderinformationen könnte es am Wochenende auch zu Personalentscheidungen innerhalb der VFC-Führung kommen. M. T.

 

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