DDR-Museum zieht gen Norden

Aus und vorbei ist es bald mit dem Mühltroffer DDR-Museum. Der Museumsverein löst sich auf. Ein Einbruch kam noch hinzu.

Mühltroff Seit dem Lockdown im November hat das Haus des Vereins DDR-Museum Mühltroff e.V. seine Türen geschlossen. Diese werden sich nach aktuellem Stand auch nicht wieder öffnen. "Unser Verein löst sich auf", sagt Uwe Unger, Vereinsvorsitzender. "Unser Durchschnittsalter im Verein ist 62 Jahre." Doch bevor die gesamte Sammlung weggegeben wird, haben jetzt Diebe zugegriffen. Es wurde eingebrochen.
"Als wir, meine Frau und ich, das Tor zum Durchgang öffneten, sahen wir, dass die Tür zum Museum offen stand." Die hintere Außentür wollte man gewaltsam öffnen. "Ins Haus gelangten sie aber wohl durch das kleine Fenster zur Toilette", so Unger. Da man von der Toilette aus nur in den Durchgang des Hauses gelangt, hebelten die Täter die Tür zum Museum auf. Genauso wie die Tür vom Durchgang zum separat gelegenen Technikraum. Er glaubt, dass sie die Örtlichkeiten kannten.
Gestohlen wurden ausgewählte Dinge der -Sammlung. Uwe Unger ist immer noch dabei, alles Gestohlene zu erfassen. Neun bis zehn DDR-Radios fehlen. "Eine Stereoanlage mit Lautsprecher auch. Die kostete in der DDR 3.000 Mark", weiß der Mühltroffer. Gestohlen wurde ein Glühweinkocher, zwei Tonbänder und von der funktionstüchtigen DDR-Modelleisenbahnanlage zwei Züge. Im Obergeschoss verstreuten die Diebe Kleidung und es fehlt ein Spielzeugpanzer T 54 mit Fernbedienung. Die Türen haben die Vereinsmitglieder inzwischen instand gesetzt. Und Uwe Unger wird mit seinen Mitstreitern jetzt öfters Kontrollgänge durchs DDR-Museum machen.

 


Wohl nicht mehr lange, denn der Verein DDR-Museum Mühltroff e.V. ist dabei, sich aufzulösen. Es gibt einige Gründe laut Uwe Unger. "Wir hatten bei der Stadt Pausa-Mühltroff angefragt, ob das Dach instand gesetzt werden kann. Es regnete hinein, sogar der Putz fiel runter." Der Verein wollte die Dachsanierung unterstützen. "Doch es kam eine Absage." Das ehemalige Kindergartengebäude soll abgerissen werden, hatten Michael Pohl, Bürgermeister von Pausa-Mühltroff, und Mario Taubner-Wude, Ortsvorsteher von Mühltroff, informiert. Von der Kommune war dem Verein das ehemalige Schlecker-Geschäft nahe des Schlosses vorgeschlagen worden. "Das ist viel, viel zu klein", so Uwe Unger. Man fand auch keine andere Möglichkeit für die rund 10.000 Alltagsgegenstände. "Ich habe beim Plauener Kulturbürgermeister Steffen Zenner, nachgefragt. Doch es kam eine Absage." Ein weiterer Grund für die Vereinsauflösung: Der Vorstand hat eine neue Lösung gefunden: "Wir wollen die gesamte Sammlung an ein Vereinsmitglied geben, einen Polizeibeamten, der nahe der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze an der Elbe wohnt. Das dort lebende Vereinsmitglied habe bereits DDR-Autos wie Trabi und Wartburg und würde die DDR-Sammlung in einer Lagerhalle mit zwei Etagen ausstellen wollen. "Geplant für den Umzug sind sechs bis sieben Lkw", so Uwe Unger. Und da der Mühltroffer DDR-Museums-Verein alle Gegenstände geschenkt bekommen habe, soll es auch bei der Weitergabe eine Schenkung sein. Vorgesehen ist der Umzug für Juni oder Juli. Simone Zeh