Dauereinsatz für Schneepflüge im Vogtland

Dauerschneefall heißt für viele vogtländische Schneepflug-Fahrer Dauereinsatz. Trotz Rutschgefahr, glatten Straßen und sommerbereiften Fahrzeugen blieben am Montag große Unfälle auf Vogtlands Straßen aus.

Leipzig/Dresden - "Kein Schneebruch, keine umgestürzten Bäume, niemand verletzt", meldete am Montag Thomas Müller vom Rettungszweckverband Südwestsachsen. Zwei "Unfälle" auf der A 72 gehen glimpflich aus. Gegen 9.30 Uhr bleibt ein Sattelzug für knapp zwei Stunden in der Ausfahrt Treuen hängen. Diese bleibt blockiert. Kraftfahrer müssen eine Ausfahrt weiter, bis nach Plauen, fahren. Ebenso am Vormittag bleibt nahe Reichenbach auf der A 72 ein polnischer Laster hängen. Zum Glück steht er nur auf dem Standstreifen quer und die rechte Spur ist teilweise nicht mehr befahrbar.

"Das Problem ist immer zu Winterbeginn, dass etliche mit Sommerreifen unterwegs sind", so Polizeisprecher Jens Oppel. Ohne Pause, 24 Stunden durchgehend, sind sechs große Räumautos von der Automeisterei Vogtland auf der A 72 unterwegs. 60 Kilometer von der Landesgrenze bei Hof bis nach Zwickau haben die Leute von Dirk Jöschel zu meistern.

"Eine Schleife dauert rund zwei Stunden", so Jöschel. An Bord haben die Fahrer Streusalz, wovon 1.100 Tonnen im Plauener Salzlager und nochmal 150 Tonnen in Reichenbach lagern. 200 Tonnen Salz rieseln an Tagen wie am Montag schon mal auf die Fahrbahn, die laut Jöschel unterschiedlich beschaffen ist: In Tälern und nahe der Talsperren brauche das Salz länger, um die Straßen frei zu bekommen. Auf Höhen wiederum habe man mehr mit Schneeverwehungen zu kämpfen.

Von 5 Uhr morgens bis 22 Uhr sind die Fahrer des Plauener Bauhofes und der städtischen Gesellschaft AEP auf Achse. "Wenn ununterbrochener Schneefall angesagt wird, starten wir schon 3 Uhr nachts", so Eric Zapf, Einsatzleiter Winterdienst. Sieben große Schneepflüge und zig kleinere Fahrzeuge schickte er am Montag auf die Reise. Oberste Räum-Priorität genießen Straßen, wie Luther-Straße und Straße der Einheit, Neundorfer Straße, Äußere Reichenbacher und Röntgenstraße nahe des Krankenhauses.

"Sind die geräumt, geht es in die Nebenstraßen. Bei Dauerschnee kommt es vor, dass wir Anliegerstraßen nicht schaffen. Wir bitten dort die Anwohner um Verständnis", so Zapf. Eine der über 20 Touren ist um die 50 Kilometer lang, weshalb die meisten Straßen nur etwa alle zwei Stunden geräumt werden. "Bei Dauerschneefall sind die Straßen natürlich ruckzuck wieder weiß."

In ganz Sachsen lag am Montag eine gut 10 Zentimeter dicke Schneedecke, auf dem Fichtelberg vermeldet der Wetterdienst gar 17 Zentimeter. Noch einmal mehrere Zentimeter Neuschnee wird für den Dienstag gemeldet. Wegen des vielen Schnees konnten auf dem Flughafen Leipzig/Halle mehrere Maschinen erst bis zu 45 Minuten später starten und lanen. Auf Sachsens Straßen blieb es laut Polizei bei einigen querstehenden Lastwagen und kleineren Blechschäden.

Freuen dürfen sich die Wintersportfans: Auf dem Fichtelberg sind Schwebebahn, Sessellift sowie drei Schlepplifte in Betrieb. "Es schneit wie verrückt", sagte Schwebebahn- Chef, Rene Lötzsch. Bei Temperaturen um die sechs Grad minus waren am Montag rund 2.500 Wintersportfans auf den Hängen unterwegs. In Schöneck ging am Montag der "Zauberteppich" in Betrieb, der Sessellift soll folgen, in den nächsten Tagen sollen auch die Langlaufloipen gespurt sein.