Das Warten geht weiter

Gibt es ein Happy End für Matthias Müller und seine Freundin Gabriela? Per Videobotschaft hat der Klingenthaler nun seinen Hilferuf Bundesinnenminister Horst Seehofer zukommen lassen.

Von Cornelia Henze

Seitdem Deutschland die Grenzen zu Tschechien nahezu dicht gemacht hat, kann der Klingenthaler Matthias Müller seine in Tschechien lebende Freundin und das gemeinsame Baby nicht mehr sehen. Der Fall der getrennten Familie geht in diesen Tagen durch viele TV-Sendungen und Medien. Vor allem auch, weil der junge Familienvater auf allen Kanälen mobil macht. Müller gibt Interviews, stellt sich vor TV-Kameras, spricht Politiker an. Vom eigenen Oberbürgermeister, Thomas Hennig in Klingenthal, bis zu Bundesinnenminister Seehofer kennt nun die Politik das Problem des deutsch-tschechischen Paares. Bei dem "Fall aus dem Vogtland", wie Seehofer bei seinem Termin an der deutsch-tschechischen Grenze an der Autobahn A 17 im sächsischen Breitenau sagt, wolle man Menschlichkeit walten lassen und eine Ausnahmeregel schaffen. Auch Roland Wöller spricht im Falle Müller von Ausnahme, und überhaupt von Familien, die gleichsam betroffen sind. Grenzverkehrs-Ausnahmen könne es für Verwandte ersten Grades geben, legt Wöller auf Anfragen von Journalisten nach. Seehofer und Wöller verweisen auf den Vogtlandkreis, der diese Ausnahme genehmigen solle.


"Wir haben Herrn Müller aufgezeigt, welche Möglichkeiten es gibt, dass die Familie zusammen kommen kann", sagt Pressesprecher Uwe Heinl. Unter anderem, dass Müller nach Tschechien fährt und dort bleibt. In seinem Beruf sei sicher auch Homeoffice von dort aus möglich. Oder: Die junge Frau kommt für länger nach Klingenthal. Eine Möglichkeit sei, dass Müller einen Antrag auf Sonderregelung stelle. Aber in der Behörde sei wohl noch nichts bis Freitag eingegangen.
Das ist nicht der Fall, sagt Müller und zeigt als Beweis seinen Mailverlauf mit dem Gesundheitsamt. Der zeigt, dass Müller am Donnerstag, 18 Uhr, einen Antrag auf Ausnahmegenehmigung verschickt hat.


Auch die CDU-Bundestagsabgeordnete Yvonne Magwas und Landtagsabgeordneter Sören Voigt sind in die Spur gegangen. "Ich habe an den 1. Beigeordneten Dr. Drechsel geschrieben - er ist gerade in einer Beratung", teilt Magwas mit. Auch Voigt zeigt sich verwundert: "eine Reaktion wäre schon angemessen", so der Landespolitiker.