Das Vogtland feiert unter 175 Kilometern Weihnachtsbaum

"Tanne von der Stange"? Oder lieber "Heimat-Tanne" und "Öko-Siegel-Baum"? Der eine Weihnachtsbaum ist nicht selten kräftig gespritzt und gedüngt, der andere ein Naturprodukt fürs gute Gewissen. Die Forst-Gewerkschaft IG BAU appelliert, auch beim "Last-Minute-Baumkauf" auf Qualität zu setzen.

"Oh Tannenbaum" heißt es auch im Vogtlandkreis. Der feiert unter 175 Kilometern Weihnachtsbaum. Rund 106 990 Weihnachtsbäume werden zum Fest in den Wohnzimmern im Vogtlandkreis stehen. Diese "Weihnachtsstatistik" hat jetzt die Forst-Gewerkschaft errechnet. Dabei geht die IG Bauen-Agrar-Umwelt Südwestsachsen davon aus, dass für rund 90 Prozent aller Haushalte der Tannenbaum zur Tradition gehört.

"Bei einer durchschnittlichen Länge von 1,63 Meter pro Christbaum würden damit allein im Vogtlandkreis fast 175 Kilometer Weihnachtsbaum aufgestellt - Baum für Baum hintereinandergelegt, versteht sich", sagt Andreas Herrmann. Der Vorsitzende des IG BAU-Bezirks Südwestsachsen appelliert an die "Last-Minute-Baumkäufer", eher auf Qualität und weniger auf die "perfekte Optik" zu achten. "Alle wollen einen Weihnachtsbaum, der nicht sticht und möglichst wenig nadelt. Dann soll er auch noch kerzengerade gewachsen sein. Und er darf nicht viel kosten", so bringt Herrmann den "Wunschbaum" auf den Punkt.

Viele dieser "08/15-Musterbäume" kämen zwar aus Deutschland, oft aber von Weihnachtsbaum-Plantagen. Dort werde nicht selten kräftig gespritzt und gedüngt. "Es wird alles getan, damit der Baum schnell und gleichmäßig wächst. Auch beim intensiven Grün oder Blau der Nadeln wird oft mit Dünger nachgeholfen", so Herrmann. Dabei könne eine heimische Fichte, Tanne oder Kiefer auch "natürlichen Charme" haben. "Wer den sucht, kann einfach beim nächsten Forstamt nachfragen. Denn viele Tannenbäume wachsen auf kleinen Flächen, die die Forstämter mit bewirtschaften", so Herrmann. Beim Kauf am Weihnachtsbaumstand sei es fürs Gewissen und für die Umwelt gut, auf ein Öko-Siegel zu achten. va