Das Sorgaer Loch in der Wand

Plauen - Der Lärm an der A 72 wird nicht weniger. Im Gegenteil. Nun hat sich die Bürgerinitiative Oberlosa zu Wort gemeldet und fordert weitere Lärmschutzmaßnahmen. Die BI ist an die regionalen Politiker herangetreten.

   "Als ich Anfang März das Schreiben der Bürgerinitiative mit der Einladung zum Vororttermin erhielt, habe ich mich umgehend im Verkehrsministerium erkundigt, weshalb die Plauener das Gefühl haben, dass bisher keine Lärmschutzmaßnahmen ergriffen wurden, die der Beschwerdeführung der Bürgerinitiative gerecht werden", sagt Joachim Günther, FDP-Bundestagsabgeordneter. Seitens der Gebietsbeauftragten für Sachsen im Bundesverkehrsministerium wurde ihm erklärt, dass mit dem Ausbau der A 72 die noch heute geltenden Lärmschutzmaßnahmen berücksichtigt und beim Ausbau der Autobahn mit einbezogen wurden. Auf Grund von Beschwerden der Bevölkerung erfolgte eine Nachmessung und Überprüfung 2003, die ergeben hat, dass es für das Wohngebiet Sorga eine Lücke im Lärmschutz gibt. Die Grenzwerte wurden hier bei Messungen leicht überschritten. Im Ergebnis dieser Messungen erfolgte eine Korrektur im Jahr 2005, indem eine 110 Meter lange Lücke in der Schallschutzwand geschlossen wurde. Außerdem wurden 500 Meter Asphalt ausgewechselt. Auf diesen 500 Metern wurde der so genannte Flüsterasphalt aufgetragen. Danach erfolgte Messungen haben ergeben, dass diese Maßnahmen greifen und keine Grenzwerte mehr überschritten werden. "Für das Bundesverkehrsministerium sind damit aus rechtlicher Sicht alle Anforderungen erfüllt", so Günther.

Die vor einigen Tagen aufgemachten Forderungen des Landtagsabgeordneten Frank Heidan (CDU), auf einem größeren Autobahnabschnitt Flüsterasphalt aufzubringen beziehungsweise zusätzliche Anpflanzungen durchzuführen, um die Anwohner weiter zu entlasten, begrüßt der FDP-Mann. Allerdings könnte das nur in Eigeninitiative durch das Land Sachsen finanziert werden. "Aus diesem Grund bitte ich Herrn Heidan (sofern noch nicht geschehen), einen Antrag dazu in den Sächsischen Landtag einzubringen, da nur durch diese konkrete Initiative etwas verändert werden kann."

Nach Auskunft des Bundesverkehrsministeriums würde das Aufbringen des zusätzlichen Flüsterasphaltes zirka 1,1 Millionen Euro kosten.